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AtW 80: Adelaide - Indian Pacific Train gen…

Freitag, den 27. Januar 2006

Pünktlich um 8:37 Uhr holt uns der Sky-Shuttle-Bus am Hotel ab und bringt uns zum “Keswick Terminal”. Klingt großartig, ist aber nur ein Bahnhof mit zwei Gleisen, dagegen wirkt selbst der Bahnhof von Augsburg großstädtisch! Immerhin halten hier Züge, die mit Superlativen aufwarten können und bei Zugfans die Augen leuchten lassen: THE GHAN, INDIAN PACIFIC, THE OVERLAND.

Wir verzehren in der Caféteria noch ein kleines Frühstück und können die anderen Reisegäste beschnuppern, wobei man sich beim Gedanken ertappt “hat wohl nicht für einen Flug gereicht…” Um 10:00 Uhr besteigen wir den legendären Fernreisezug Indian Pacific, der Perth im Südwesten Australiens mit Sydney im Südosten über eine Gesamtstrecke von mehr als 4.300 Kilometern verbindet.

Die Fahrt über Nacht im verheißungsvollen Red Kangaroo daynighter entpuppt sich allerdings als Reinfall. Vergleichbar mit alten, durchgesessenen Eurocity-Sitzen werden wir durchgeschaukelt bis auf Mark und Bein. Die Assoziation mit einem Vieh-Transport wird durch üble Gerüche der Mitreisenden und deren Speisen (Ein Nachbar neben uns beißt immer wieder in eine Art Apfel, bis wir feststellen, es ist K-n-o-b-l-a-u-c-h…) noch verstärkt. Bequeme Ausweichmöglichkeiten wie der Aufenthaltswagen mit Flipper werden selbst für ein kurzes Nickerchen kategorisch untersagt - die wissen warum.

Touristenfalle also, oder doch kultiges Transportmittel, wie Christopher, unsere Zugbekanntschaft meint? Ob das im noch legendäreren THE GHAN - der Nord-Süd-Verbindung Australiens - ähnlich ist? Versöhnlich sind auf jeden Fall die tollen Eindrücke des Outback, das wir durchqueren. Eine große rote Dürre, das “Nichts”, das ist das Outback. Aber Sonnenunter- und aufgang vor so einem Hintergrund ist fantastisch.

Adelaide - Keswick Terminal

Über den Indian Pacific gibt es sogar einen Song.

AtW 79: Adelaide - Zum Strand von Glenelg

Donnerstag, den 26. Januar 2006

Heute ist es nicht nur heiß, darüber hinaus auch noch drückend schwül bei ca. 40 ° Celsius. Die Devise des Tages lautet: raus aus der Stadt, ans Meer! Wir nehmen die historische Tram, um in den direkt am Meer gelegenen Stadtteil Glenelg zu gelangen.

Leider sind wir heute nicht die einzigen, denn es ist Australia Day, Australiens offizieller Feiertag (vor über 200 Jahren kam das erste Schiff mit britischen Strafgefangenen in Sydney an). Sehr viele Australier sind an diesem Tag unterwegs und es herrscht buntes Treiben am Strand mit seinem besonderen Flair. Die Hauptattraktion ist der lange Bootsanleger Jetty, überall wird geplanscht, gebadet und natürlich gegrillt. Ohne BBQ scheint man in Australien nur ein halber Mensch zu sein.

Adelaide - Strand von Glenelg

Dieses Video vermittelt einen ganz netten Eindruck von Glenelg.

AtW 78: Adelaide - National Wine Centre

Mittwoch, den 25. Januar 2006

Nach feinem Frühstück bei morgens schon sehr heißen Temperaturen nehmen wir wieder einen kostenlosen Bus, diesmal die 99C - “Circle Line” - zum botanischen Garten. Dort in der Nähe suchen wir das National Wine Centre auf, welches erstaunlicherweise der Universität angegliedert ist.

Das moderne Gebäude schimmert durch die Bäume hindurch. Eine offene Konstruktion mit viel Farbe und innovativen Blechelementen sowie im Innern mit sehr viel Holz ausgestattet. Über eine umlaufende schiefe Ebene gelangt man ins Obergeschoss und befindet sich mitten in einer multimedialen und interaktiven Ausstellung. Am interessantesten sind die Ausführungen über den heimischen Modewein Syrah. Und unten wird in einer Art modernem Weinkeller die Verköstigung angeboten. Für eine Handvoll australischer Dollar probieren wir vier Weine und haben unseren Spaß dabei.

Adelaide - National Wine Center

AtW 77: Ankunft in Adelaide

Dienstag, den 24. Januar 2006

Bei schönstem Sonnenschein machen wir das Campmobil fertig zur Übergabe. Ein Versuch, übers Internet im schönen Hotel Richmond in Adelaide zu buchen, schlägt fehl. Dann wird es eben das Mercure Grosvenor für drei Übernachtungen. Das KEA-Büro befindet sich im südlichen Stadtteil, wir fahren quasi daran vorbei. Städtisches Fahren erfordert wieder ein Umgewöhnen. Aber dann ist die Abgabe geschafft und wir bekommen vom sehr freundlichen Service noch ein paar Tipps für Adelaide. Das Taxi bringt uns schließlich ins Hotel.

Mit dem kostenlosen Bus 99B - auch “Bee Line” genannt - fahren wir zum Central Market an der Victoria Square. Im dortigen organic shop fragen wir nach Essens-Tipps, die wir schließlich auch ausprobieren. Alles in der Gouger Street, hier werden wir auch abends nochmals fündig.

AtW 76: Entspannung am Moana Beach

Montag, den 23. Januar 2006

Nach zwölf Tagen im Campmobil und knapp 1.600 Kilometern unterwegs ist heute eine Verschnaufpause angesagt. Die Anlage hier ist so schön, dass wir gleich um eine Nacht verlängern. In der Zeitung lesen wir von Buschfeuern auf Kangaroo Island und sind froh, dass wir dorthin keinen Abstecher gemacht haben. Tiere in freier Wildbahn haben wir schließlich schon genug gesehen. Und momentan keine Lust auf “must see must do“. Statt dessen ein stundenlanger Strandspaziergang…

Moana Beach, bei Adelaide

AtW 74: Princess Margret Rose Cave

Samstag, den 21. Januar 2006

Portland ist ein nettes Städtchen mit “viel” Geschichte, hier wurde der Staat Victoria gegründet. Im städtischen Park wimmelt es nur so von Papageien und Muschel-Skulpturen. Zusammenhang unklar. Die Piste ruft wieder. Die Great Ocean Road ist längst in eine “drittklassige” Straße übergegangen.

In Nelson, am westlichen Ende des Staates Victoria angekommen, informieren wir uns im Touristikbüro über die Princess Margret Rose Cave. Da die Hitze mittlerweile unerträglich geworden ist, beschließen wir einen Abstecher in diese Tropfsteinhöhle. Der Weg dorthin zum Lower Glenelg National Park führt über eine unbefestigte Kalkpiste, eine große Herausforderung für unser Campmobil.

Kalkpiste zur Tropfsteinhöhle

Für Abwechslung in diesem unwirtlichen Gelände sorgen rennende Emus, die unseren Weg kreuzen. Diese sind zwar von plumper Gestalt, sprinten aber wie Hürdenläufer durch die Gegend. Die eineinhalbstündige Führung in der Höhle bei sehr angenehmen 15 ° Celsius ist leider viel zu kurz.

Auf dem weiteren Weg überqueren wir mitten im “Nirgendwo” die Grenze zum Staate South Australia und müssen die Uhr um eine halbe Stunde zurück stellen. Nach einer Tagesetappe von immerhin 240 Kilometern finden wir in Robe gerade noch ein Plätzchen auf dem Campingplatz. Wie sich herausstellt, ist Robe das Urlauberparadies für die Süd-Australier!

AtW 73: Von Port Campbell nach Portland

Freitag, den 20. Januar 2006

Das Thermometer klettert weiter nach oben, es soll laut Vorhersage in Richtung 35 ° Celsius und mehr gehen. Wir verlassen den Camping-platz in Port Campbell und kommen schon am ersten scenic view vorbei: London Bridge, mittlerweile “nur” noch London Arch genannt, da der “Bridge-Teil” 1990 eingestürzt ist. Bei Warrnambool müssen wir den “Bauch” unseres KEA-Campers füllen, die Klimaanlage läuft auf Hochtouren. In der dortigen cheese-factory gibt es Pineapple-Milchshakes und Kräuterkäse, die richtige Erfrischung bei der Hitze. Am nächstgelegenen Strand kümmern wir uns um unseren eigenen Bauch: Agnellotti-Nudeln mit Ricotta-Spinat-Füllung und Tomatensauce. Fein.

Im schönen Port Fairy mit seinem kleinen, feinen Hafen nutzen wir die gute Infrastruktur und genießen in Rebecca’s Café einen schönen Cappuccino mit Rasburry-Kuchen. Kurz vor Portland, nach 170 Kliometern über die mehr oder weniger gut ausgebaute Küstenstraße erreichen wir den Henty Bay Beach Front Van & Cabin Park. Klingt überkandidelt, ist aber eine super Anlage und es ist vor allem kaum etwas los. Also richtig erholsam nach den letzten “Tourist-total-Tagen”!

Von Port Campbell bis Portland

AtW 72: Great Ocean Road - 12 Apostels

Donnerstag, den 19. Januar 2006

Blauer Himmel, schönster Sonnenschein und ca. 30 ° Celsius, was will man mehr, wenn die zweitgrößte Touristenattraktion Australiens auf dem Programm steht. Die kurvige Strecke führt entlang einer zerklüfteten Steilküste. Bald müssen sie kommen. Und dann entdecken wir auch schon die ersten zwei der Twelve Apostels. Wir gehen die glitschigen, steilen Felstreppen - die Gibson steps - hinunter zum Strand und kommen ganz nah ran an die Kolosse. Insgesamt acht bizarre, wellenumspülte, bis zu 60 Meter hote Felskegel aus Kalkstein stehen im Meer. Die Great Ocean Road findet hier ihren spektakulären Höhepunkt. 

12 Apostels - Great Ocean Road

Eine weitere Attraktivtität in unmittelbarer Nähe ist Loch Ard Gorge, eine tolle Felsformation mit einer Schlucht und dann sind wir schon in Port Campbell, der Campingstation des heutigen Tages. Abends fahren wir nochmals zu den 12 Aposteln und beobachten, wie der Sonnenuntergang die Felsen in der Brandung leuchten lässt.

Hier gibt’s auch noch ein nettes Video.

AtW 71: Unterwegs in Otway

Mittwoch, den 18. Januar 2006

Im Cape Otway Centre for Conservation Ecology ist die Nacht früh vorbei. Die Tiere locken einen zum Spazierungang schon vor dem Frühstück. Danach unternehmen wir noch einen self-guided walk, wieder bestens ausgestattet mit Fernglas, Wasser und Koalabärchen. Der Blick für die Tiere ist nun deutlich geschulter als zuvor.

Wir fahren durch den Otway National Park zurück bis wir wieder die Great Ocean Road erreichen. An diversen Aussichtspunkten genießen wir das einzigartige Küstenpanorama. In Lavers Hill biegen wir ab ins Landesinnere zur Touristenattraktion Otway fly und dem tree top walk. Auf dem Parkplatz überkommt uns schon ein merkwürdiges Gefühl, dann der vollbesetzte Bus, der bis vorne hinfährt. Das alles für einen 600 Meter langen Steg, 25 Meter über der Erde für schlappe $ 17,- AUD. Nein danke! Nach einem Cappuccino machen wir auf dem Absatz kehrt.

Zurück in Lavers Hill wollen wir wieder an die Küste, fahren fünf Kilometer über unbefestigte Piste bis zum Johanna Beach. Das Zelt des Camping-Host ist verlassen, die Toiletten sind in extrem schlechten Zustand und am Strand unzählige Fliegen. Diese Übung kommt uns heute bekannt vor: Auf dem Absatz kehrt machen. Wieder zurück in Lavers Hill lassen wir uns den Campingplatz in Princetown empfehlen (”very nice”). Princetown selber scheint aus drei Gebäuden zu bestehen, aber wir haben ausreichend Platz auf dem abschüssigen Campingplatz-Gelände.

AtW 70: Erlebnisse im Otway National Park

Dienstag, den 17. Januar 2006

Nach dem Wecker klingeln auf dem Marengo Holiday Park gibt es leckeres Porridge zum Frühstück. Nochmals ein kurzer Abstecher zum Great Ocean Walk und schon zieht die Karawane weiter. Die Great Ocean Road verlässt die Küste und führt hinein in den kühl gemäßigten Regenwald, wir biegen ab zum Otway National Park. Das Schild am Straßenrand gibt die Prioritäten für die nächsten zwölf Kilometer vor:

next_12_km.JPG

Keine zehn Minuten später steht ein Auto - obgleich Linksverkehr - am rechten Straßenrand mit dem fotografierenden Fahrer daneben. Nach längerem Absuchen des Dickichts entdecken auch wir ein kleines, sich bewegendes Büschel im Geäst. Ein Koala. Das Tier krabbelt sogar den Baum hinunter, humpelt verletzt über die Straße und verschwindet auf der anderen Seite im Gebüsch.  Wir sehen noch zahllose weitere Koalas in den Wipfeln der Eukalyptus-Bäume vor sich hin dösen. Gefressen wird nur nachts.

Koala

Die nächste Station ist das ganz am südlichen Ende des Nationalparks gelegene Cape Otway Lighthouse. Beeindruckende Anlage mit Leuchtturm aus dem Jahre 1848, der noch bis 1994 in Betrieb war, und Telegraph Station. Der Leuchtturm wird solar betrieben und ist bis 34 Kilometer sichtbar. Auf der Rückfahrt kommen wir an einem Schild vorbei, das zum “Cape Otway Centre for Conservation Ecology” hinweist. Neugierig geworden, biegen wir in den Weg ein.

“Hi, I’m Shayne”, begrüßt uns ein junger, freundlicher Australier mit rötlich gelocktem Haar in Ranger-Klamotten. Wir fühlen uns sofort wohl und erkundigen uns über Nachtwanderungen, um die nachtaktiven Koalas beim Fressen beobachten zu können. Nebenbei erfahren wir, dass es hier auch Gästezimmer gibt. Das sieht gut aus! Und schon empfängt uns Lizzie zum dusk walk in der Dämmerung. Wir bekommen ein Fernglas, etwas zu trinken und “Koala”-bärchen zum Naschen. Neben Koalas beobachten wir auf einer Lichtung eine ganze Horde Kängurus, die sich teilweise wilde “Prügeleien” liefern. Eines davon hat Lizzie groß gezogen und dieses hoppelt gleich zur Begrüßung auf sie zu. Nach dem Dinner beginnt dann der phänomenale night walk. Von der roten Taschenlampe angestrahlt, erkennt man, wie die Koalas sehr geschickt Eukalyptus-Äste heranziehen und davon Blatt um Blatt abrupfen und in kürzester Zeit verspeisen. Weiterhin sehen wir Possums und kleine schwarze Kängurus, swamp wallabies.

Lizzie und Mathilda

Dieser Ort ist ein absolutes Wohlfühlplätzchen! Nehmt Euch knapp acht Minuten Zeit und schaut Euch dieses Video an, Koala- und Naturfreunde werden auf ihre Kosten kommen!