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AtW 100: Tokyo - Asakusa und Senso-ji-Tempel

Donnerstag, den 16. Februar 2006

Am letzten Tag fahren wir mit der U-Bahn in den nördlichen Stadtteil Asakusa. Unser Ziel ist der älteste und bekannteste Tempel Tokyos, der Senso-ji. Der Tempeleingang allein ist schon recht beeindruckend, in der Mitte des imposanten Tores befindet sich eine riesige, farbig bemalte Papierlaterne. Ein geradezu ideales Fotomotiv für die unzähligen Touristen. Direkt dahinter schließt sich die legendäre Einkaufsstraße Nakamise an, in kleinen Verfkaufsständen werden allerhand Souvenirs feilgeboten. Bei dieser letzten Chance, einen Original-Yukata zu erstehen, schlagen wir gleich doppelt zu. Vor dem Haupttempel befindet sich ein weiteres Tor, Hozo-mon, an dem eine übergroße Strohsandale hängt.

Tokyo: Asakusa, Senso-ji-Tempel, vor dem Hozo-mon Tor

[Hier ein nettes Video über den Senso-ji]

Wir haben Hunger und wollen einer Empfehlung des Lonely Planet folgen. Nach einigem Suchen sind wir letztendlich fündig geworden und hellauf begeistert. Das Restaurant Daikokuya ist bekannt für Tempura, eine japanische Zubereitungsvariante frittierter Speisen. Mit einem Teigmantel aus Weizenmehl, Ei und Wasser versehen, werden diverse Fleisch-, Fisch-, Pilz- und Gemüsesorten sowie Sprösslingen und junge Blätter in heißem Öl schnell ausgebacken. Tempura ist ganz im Gegensatz zu den sonstigen Gebräuchen der japanischen Küche sehr fetthaltig. Wir entscheiden uns für die Variante Tendon, als Beilage zu Reis.

Abends gehen wir zum Ausklang noch einmal ins New Torigin, wo es uns schon am ersten Abend gut gefallen hat. Wir essen Yakitori und trinken hinterher noch einen Sake. Und noch einen Sake. Und noch einen Sake.

AtW 99: Tokyo - Ausflug nach Kamakura zum Großen Buddha

Mittwoch, den 15. Februar 2006

Wir fahren mit der Bahn ca. eine Stunde von Tokyo gen Süden nach Kamakura ans Meer. Das Klima ist hier immer etwas milder als in Tokyo und gerade heute haben wir Glück. Die Sonne scheint, es ist etwa 18 ° C warm und wir leihen uns für unser Vorhaben Fahrräder. Erste Station ist der Tempel mit dem Großen Buddha Daibutsu.  Da steht er also vor uns als knapp dreizehn Meter hohe Bronzefigur:

Kamakura: Der Große Buddha Daibutsu

Die anmutige Darstellung der monumentalen Statue wirkt außerordentlich toll. Der  Buddha in sitzender Meditationshaltung strahlt eine große Ruhe aus. Trotz der Hektik, die um ihn herum stattfindet. Schulklassen mit farbigen Käppis und Touristengruppen jeglichen Alters umlagern das Areal und zünden Weihrauchkerzen an. Nichtsdestotrotz herrscht eine gewisse andächtige Stimmung.

Mit dem Rad geht es weiter zur nächsten Station, dem abwechslungsreichen Hase-dera-Tempel, der sich an einen Hang anschmiegt. In der großzügigen Gartenanlage kommen die ersten Knospen der beginnenden Kirschblüte zum Vorschein. Von der Terrasse aus hat man einen wunderbaren Blick über die Sagami-Bucht und den Strand, der ein beliebtes Ausflugsziel der Hauptstädter ist. Ein Höhlengang, in dem man sich nicht aufrecht vorwärts bewegen kann, lehrt Demut auf physikalische Weise. Über einen nicht gerade berauschenden Strand geht es zurück zum Bahnhof zur Fahrradabgabe und dann wieder mit der Bahn nach Tokyo.

Abends suchen wir ein Yakitori-Restaurant auf. Wir essen das traditionelle Yakitori, das ausschließlich aus Hühnchenteilen besteht. Dazu gibt es hauchdünn geschnittene Tomatenscheiben und extrem fein gehackte Zwiebeln.

AtW 98: Tokyo - Tsukiji und Kabuki

Dienstag, den 14. Februar 2006

Achtung! Beinahe hätte uns einer der zahlreichen Dieselmotorwagen an diesem kalten Morgen über den Haufen gefahren. Wir befinden uns auf dem weltweit größten Fischmarkt Tsukiji und die wuselnde Hektik hier ist kaum zu überbieten. Wir sind zwar zeitig aufgestanden, aber die Hauptattraktion, die Thunfischauktion, ist schon vorbei. Mir ist’s recht, die Atmosphäre ist alles andere als entspannt.

Tokyo: Tsukiji-Fischmarkt

Nach dem Aufwärmen mit Tee und heißer Dusche im Hotel ziehen wir weiter in Richtung Ginza. Einem weiteren Essens-Tipp unserers Reiseführers folgend, landen wir in der ersten Etage, quasi im Wohnzimmer des Küchenchefs. Wie er uns in bruchstückhaftem Englisch sehr engagiert und überzeugt mitteilt, gibt es nur eine, wohl aber gut schmeckende Hauptmahlzeit. Wir lassen uns überraschen und erhalten eine sehr leckere, üppige Tomatensuppe mit Udon - Bandnudeln aus Weizenmehl - mit Frühlingszwiebeln sowie eine Schale Reis und ein Schälchen mit Eingelegtem.

Zum Abschluss des Tages steht der Besuch eines “Vorhangs” im traditionellen Kabuki-Theater auf dem Programm. Ein Kabuki besteht im Wesentlichen aus Gesang, Pantomime und Tanz. Es ist möglich, sich nur einzelne Teile der mehrstündigen Stücke anzusehen, eben einen Vorhang, genannt Ma. Genau dies tun wir, sitzen ganz oben auf dem Balkon und bekommen einen Eindruck, ohne viel zu verstehen. Auf mich wirkt das Kabuki wie eine Art traditionelles, japanisches Ohnsorg-Theater.

AtW 97: Tokyo - Fischplatte

Montag, den 13. Februar 2006

Einmal rund um die Megalopolis Tokyo, mit der Stadtbahn-Linie Yamamoto ist dies binnen einer Stunde möglich. Beim Blick aus dem Fenster sieht man nach beiden Seiten nur drei Dinge: Häuser, Häuser, Häuser.

Wieder zurück, lassen wir uns durch Ginza treiben. Abends sind wir mit einem Bekannten in der Hotel-Lobby verabredet. Wir gehen ins lebendige Viertel hinter dem nahe gelegenen Bahnhof, an sehr gut besuchten Spielhöllen vorbei. Dort wird Pachinko gespielt, ein japanisches Glücksspiel.

In das Restaurant im ersten Stock wären wir nie alleine gegangen, da es weder Speisen aus Kunststoff im Schaufenster gibt, noch eine Speisekarte in lateinischer Schrift. Viele rauchende Business-Men, dafür aber wenige “Business-Women” kommen direkt nach der Arbeit hierher. Wir bestellen eine Platte voller unterschiedlicher Fischsorten. Kalt, roh und in kleine Teile geschnitten, dazu Salat. Ein gewöhnungsbedürftiges aber wohlschmeckendes Gaumen-Abenteuer. Hinterher erstehen wir im Laden eine Flasche Sake und das “Absacker -Bierchen” gibt es im Pub gegenüber.

Tokyo: Fischplatte

AtW 96: Von Kyo-to nach to-Kyo

Sonntag, den 12. Februar 2006

Früh am Morgen erfolgt die Abfertigung an der Busstation hinter dem Bahnhof von Kyoto  in Windeseile. Innerhalb weniger Minuten ist ein Reisebus voller Leute mitsamt Gepäck verstaut. Möglich machen das drei Beschäftigte in Uniform, die sich die Arbeit geschickt aufteilen. Mit einer ehrerbietenden Verbeugung verabschieden sie den Bus und wünschen den Gästen eine gute Reise. Auf nach Osaka-Itami und von dort nach Tokyo-Haneda, zum Inlandsflughafen der “neuen” japanischen Hauptstadt.

 Kyoto: Airport-Shuttle 1    Kyoto: Airport-Shuttle 2    Kyoto: Airport-Shuttle 3

Der Flug von Osaka nach Tokyo dauert ca. eine Stunde. Die Anreise zum feinen Hotel Royal Park Shiodome Tower, das unser Bekannter für uns reserviert hat, ist etwas umständlich. Zum Abschluss unserer Weltreise gönnen wir uns noch ein bisschen Luxus. Nun erkunden wir das unmittelbare Umfeld des Hotels auf dem Weg in den pulsierenden Stadtteil Ginza.

Es ist ein kalter, windiger Sonntagnachmittag und im Einkaufszentrum nebenan gibt es das erste Grüntee-Eis. Schmeckt interessant aber gewöhnungsbedürftig. Um uns herum gläserne Wolkenkratzer, die Straße befindet sich eine Etage höher und darüber, auf Stelzen, noch die Stadtbahn. Und nahebei auch noch ein Fernbahnhof. Das wuselige Treiben ist am heutigen Sonntag überschaubar, lässt aber erahnen, was wochentags los ist.
Die Ginza erreichen wir nach wenigen Winkelzügen und sind abermals beeindruckt. Schönste und teuerste Geschäfte wechseln sich ab mit schlichten und einfachen Läden, vor allem in den Nebenstrassen. Mit der einsetzenden Dämmerung erinnern die Werbebanderolen an der hiesigen Haupt-Kreuzung sehr stark an den Times Square in New York.

 Tokyo: Stadtteil Ginza

Wir sind auf der Suche nach einem Essenstipp aus dem Lonely Planet Führer. Das stellt sich als ziemlich schwierig heraus. Ganz grob müssten wir richtig sein, wir fragen eine Passantin, die gerade ihr Fahrrad abschließt. Sie kennt das gesuchte Restaurant nicht, ruft aber kurzerhand dort an und lässt sich den Weg erklären. Daraufhin führt sie uns die Straße hinunter, biegt mit uns in ein dunkles Gässchen ein und plötzlich stehen wir vor dem New Torigin! Wir lassen uns gutes Essen in uriger Atmosphäre schmecken: Miso-Suppe, Reistopf Kamameshi und zum Abschluss unseren ersten heißen Reiswein Sake. Lecker und wie es sich für einen Tipp aus dem Lonely Planet gehört, günstig.

AtW 95: Kyoto - Meeting with the Abbot

Samstag, den 11. Februar 2006

Der letzte Tag in Kyoto wird nochmals ein außergewöhnlicher. Wir entscheiden uns gegen eine Fahrt ins benachbarte und ebenso interessante Nara. Statt dessen nehmen wir diesmal den Bus in den Nordwesten der Stadt.

Schon sehen wir den Wegweiser zum Daitoku-ji-Tempel. Dort steuern wir den Sub-Tempel Daisen-In wegen dessen Zen-Garten an. Die vier angelegten Steingärten sind sehr interessant, Fotos sind hier leider nicht erlaubt. Nach unserem ersten Rundgang bezieht uns ein schwedischer Aushilfsführer in seine Privatführung mit ein. Er erklärt uns den Sinn der Steinanordnung und dass die Gärten zweimal täglich gerecht werden. Dann zeigt er uns die Lieblingskalligraphie des Abtes, die sinngemäß darstellt, dass man selber prinzipiell sehr klein sei und der andere groß. Der Abt sei auch gerade da und würde sich immer freuen, wenn er von Deutschen angesprochen würde, er könne viele Sprachen. Wir machen dies tatsächlich, da er ein sehr offenes Wesen und ein freundliches Strahlen hat. Er spricht ein paar Brocken deutsch, also frage ich ihn: “Darf ich ein Foto von Ihnen machen?” Er akzeptiert, aber nur unter der Voraussetzung, dass auch meine Frau mit auf dem Bild ist.  Zum Abschluss wohnen wir noch einer traditionellen Tee-Zeremonie in ruhiger Atmosphäre bei.

Kyoto, Daisen-In-Tempel: Meeting with the Abbot

Der Bus bringt uns ein paar Stationen weiter zum bekanntesten Tempel Kyotos, Kinkaku-ji, oder auch Goldener Tempel genannt. Die obersten Etagen des Tempel-Pavillons sind mit Blattgold überzogen und sorgen deshalb für eine hohe Anziehungskraft. Insbesondere bei sonnigem Wetter, so wie heute. Der Andrang überwiegend japanischer Touristen ist sehr groß, so dass wir uns zum japanischen “Click-Tourismus” in Reinform entschließen: Reingehen, fotografieren und gegen den Strom wieder rausgehen. Das kann man ruhig einmal machen. Schließlich wartet noch eine weitere Attraktion auf uns, die bald schließen wird.

Kyoto: Kinkaku-ji-Tempel (goldener Tempel)

Im Eilschritt hasten wir - mit anderen zusammen - zum Ryoan-ji-Tempel. Den dortigen, wohl berühmtesten Zen-Garten Japans hätten wir beinahe verpasst, da er sich hinter dem Hauptgebäude befindet. Die Fläche des Zen-Gartens besteht aus fein gerechtem Kies mit fünfzehn scheinbar zufällig platzierten Steinen in fünf bemoosten Gruppen. Aus keinem Blickwinkel sind alle Steine sichtbar. Schade, dass die umgebende Mauer mit charakteristischem Muster derzeit restauriert und somit von einer Folie verdeckt wird. Darauf wird der Besucher am Eingang schon hingewiesen und kann sich überlegen, das Eintrittsgeld auszugeben. Wir bereuen es nicht und machen beim Hinausgehen als letzte die Tür zu.

Zum Abschluss des Kyoto-Aufenthaltes ein nettes Foto-Video über “108 Tempel in Japan”:

Und noch ein Promotion-Video von Japan-Guide: Kyoto - Beyond Gion

AtW 94: Kyoto - Kiyomizudera, Maikas und Mushimegane

Freitag, den 10. Februar 2006

Frühstück im kleinen, netten Café Kotobuki, das erst Anfang des Jahres eröffnet wurde. In schönem Amiente nehme ich das A-Set mit “Würstel”. Wegen des sonnigen Wetters steuern wir den Maruyama-Park im Osten der Stadt an. Der kleine Park ist schnell durchquert und schon befinden wir uns auf einem Weg, der immer touristischer wird. Statuen und Tempel säumen die Strecke, an einer Kreuzung verhandelt ein Rikscha-Fahrer mit zwei Maikas. Das sind hübsch aufgetakelte Geisha-Auszubildende mit hochgestecktem Haar, weiß gepudertem Gesicht, blumig-bunten Kleidern, die hinten zusammengefaltet sind und bewegen sich auf hohen Holzschuhen, die Clogs ähnlich sind.

Kyoto: Kiyomizudera-Tempel

Die Menschenmenge wird immer dichter und die Laden-Gasse mit Souvenirs und Devotionalien immer enger und steiler. Sie führt geradewegs hinauf zum Kiyomizudera-Tempel, vom Treiben her eine Art Neuschwanstein von Japan. Der hölzerne Tempel liegt sehr schön an einem Berghang und ist alleine wegen der phänomenalen Aussicht mit Blick über Kyoto eine Attraktion. Vorausgesetzt, man findet Platz auf der berühmten Terrasse vor der Haupthalle, die von hunderten Holz-Pfeilern gestützt wird.

Kyoto: Rikscha-Fahrer mit Maikas

Zurück in der Stadt steuere ich ein Brillengeschäft an, da ich auf der Suche nach einer Lupe bin. Den Begriff Mushimegane habe ich schon auf einen Zettel geschrieben zum Vorzeigen. Nein, das hätten sie nicht, erklärt die junge Angestellte freundlich. Wir wollen uns wieder verabschieden, als sie mir anbietet, meine Brille zu putzen, selbstverständlich “free of charge”. Ja, warum nicht, schon bedeutet sie uns, wir sollen uns hinsetzen und bringt uns Tee. Wir plaudern über Deutschland, Japan, Gott und die Welt. Währenddessen wird meine Brille geputzt und nach kurzer Dauer Inspektion von unserer Gesprächspartnerin nochmals zurückgegeben, um die Bügel nachzuziehen. Nach geraumer Zeit erhalte ich die am besten geputzte und justierte Brille, die ich jemals auf der Nase hatte.

Hier ein Video rund um den Tempel Kiyomizudera von einer Gruppe “verrückter” Spanier, mit Fotos gewürzt:

AtW 93: Kyoto - Tempel-hopping

Donnerstag, den 9. Februar 2006

An diesem kalten, aber sonnigen Februar-Tag beginnen wir mit dem “Tempel-hopping”. Zum Auftakt stärken wir uns mit einem kleinen Frühstück im Café des Busbahnhofes und informieren uns über die erforderlichen Busverbindungen. Bus fahren funktioniert in Japan nach dem Motto “Einstieg hinten - Ausstieg vorne mit Bezahlen beim Busfahrer”. Der Busfahrer ist hier noch eine Respektsperson, er hat eine Mütze auf, fährt in Uniform und trägt Handschuhe. Gleiches gilt übrigens auch für Taxifahrer.

Der Bus bringt uns ins nordöstliche Stadtgebiet. Dort steuern wir einen der bekanntesten Tempel Kyotos an, den Ginkaku-ji oder auch Silberner Pavillon genannt. Beeindruckend, wenn man bedenkt, dass das etwas unscheinbare, zweistöckige Hauptgebäude noch vor der Entdeckung Amerikas gebaut wurde. Im großzügigen Garten der Tempelanlage mit einem Koi-Karpfen-Teich in der Mitte sind sorgfältig ausgewählte Bäume und Steine angelegt. Auch hier wird regelmäßig gerecht, die Flächen zwischen den Bäumen sehen aus wie ein grüner, geschwungener Teppich. Kein Blatt oder Ast liegt herum.

Ein überaus freundlicher Rikschafahrer, der leider nicht mit uns ins Geschäft kommt, weist uns den Weg zum Philosophenweg und damit zu den nächsten Tempeln. Hier muss es entlang des Kanals mit vielen Kirschbäumen zur Zeit der Kirschblüte Sakura ab Anfang April phänomenal aussehen. Dann kommt der Eikan-do-Tempel, neben dem sich ein Kindergarten befindet. Da herrscht ein buntes Treiben, die Kinder haben Uniformen an und Mützen auf, teilweise sind die Buben in kurzen Hosen, mitten im Winter. Auch diese Tempelanlage ist sehr weitläufig angelegt, verfügt über einen Teich mit einem eigenen kleinen Tempelchen auf der Insel und mehreren Gebäuden, schön in den bewaldeten Hang integriert. Und mit einem interessanten Blick über die Stadt. Im Innern der Anlage beeindrucken die aufwändigen Holzkonstruktionen, auch der überdachten Wege sowie die Papier-Türen.

Kyoto: Kindergarten neben Eikan-do-Tempel

Der nächste Tempel ist Nanzen-ji mit seinem riesigen Sanmon Gate, wo wir einer kleinen Zeremonie beiwohnen. Ein Abstecher in den Hojo-Garten ist ganz schön. Ein herumstehendes Aquädukt will nicht so richtig hierher passen. Der Weg zurück in die Stadt führt am Zoo vorbei und nochmals an der Bibliothek mit Internet-Zugang.

Zum Abschluss dieses ereignisreichen Tages kehren wir in der zehnten Etage über dem Bahnhof ein. Das ist die “Suppen-Ebene”, wir entscheiden uns fürs Schlange stehen, müssen zunächst an einer Art Zigaretten-Automat unser Gericht auswählen und dann bezahlen. Sofort nachdem ein Sitzplatz frei wird, können wir uns dann setzen und eine köstliche Ramen-Suppe genießen.  Der Knaller ist die zeremonielle Verabschiedung eines jeden Gastes: Die gesamte Belegschaft trällert den Dankesgruß samt Verabschiedung immer als rustikale Gesangseinlage aus voller Kehle. So viele Eindrücke wollen nun im Onsen auf dem Hoteldach verarbeitet werden.

AtW 92: Kyoto - Konnichi Wa

Mittwoch, den 8. Februar 2006

Der Tempel Sanjusangendo ist heute unser erstes Ziel, in der Nähe des “Eisschrank-Ryokan”, kurz bevor wir dieses verlassen. Das extrem lange Holzhaus umgibt eine schöne Außenlanlage mit kleinem japanischen Garten und viel Kieselstein. Zu unserer Verwunderung werden die Steine gerecht, obwohl von den Bäumen gar kein Laub mehr fällt. Beim Betreten des Holzhauses muss man die Schuhe ausziehen und gelangt dann in einen dunklen Raum mit tausendundeiner mannshohen Kannon-Statuen, die dem Gott der Barmherzigkeit huldigen. Jede Statue ist unterschiedlich, es herrscht eine besinnliche Stimmung, da gerade eine Zeremonie gefeiert wird.

Ganz anders wirkt der Heian-Schrein, im Norden der Stadt gelegen. Nach einer feinen Stärkung im Curryhaus und dem anschließenden Hotelwechsel sind wir mit dem Bus hierher gefahren. Die leuchtend rote Farbe aller Gebäudeteile wirkt einladend und frisch. Auf den Pagoden-Dächern setzt sich diese Form durch weitere aufgesetzte Pagoden fort. Es entsteht so eine mehrdimensionale Großzügigkeit. Auf die interessante Gartenanlage müssen wir leider verzichten, da zu kalt und zu spät.

Stattdessen unternehmen wir einen ersten Anlauf in der Kyoto Prefectural Library an den Internet-Plätzen zur Kontaktaufnahme mit der Heimat. In gut einer Woche werden wir wieder Zuhause sein. Zum Abschluss geht es ins Onsen in der obersten Etage des Hotels, mit einem Außenbereich mit Blick über die Dächer Kyotos!

Kyoto: Heian-Schrein

AtW 91: Kyoto - Erster Tempel und Hotelwechsel mit…

Dienstag, den 7. Februar 2006

Wir schlendern durch die Straßen Kyotos, um einen ersten Eindruck von der geschichtlich und kulturell bedeutendsten Stadt Japans aufzusaugen. Da kommt auch schon eine Tempelanlage zum Vorschein, unsere Nummer eins ist der Higashi-Hongaji. Durch einen riesigen umfassenden Wall und einen Graben ist die Anlage baulich von der angrenzenden, weltlichen Stadt deutlich abgetrennt. Es ist schon später Nachmittag, das große Holztor ist aber noch offen. Beim Betreten gibt uns der Uniformierte nach respektvollem Salutieren eine klare Anweisung mit auf den Weg: “We are open till four-thirty, so you have nine minutes left!” Wir schnuppern also erste Tempelluft und verabschieden uns als gute Gäste pünktlich. Einer von zweitausend buddhistischen Tempeln und Shinto-Schreinen in Kyoto ist geschafft.

Im Tourist Information Centre (TIC), das sich in der 9. Etage des ISETAN-Kaufhauses am Bahnhof von Kyoto befindet, sind wir nach einer neuen Bleibe fündig geworden. Und zwar hat es uns das APA-Business-Hotel schließlich angetan. Es ist fußläufig vom Bahnhof aus erreichbar, von dem sämtliche städtischen Busse zu den Sehenswürdigkeiten abfahren und so günstig, wie wir in ganz Kalifornien nirgendwo nächtigen konnten. Ca. 70,- € das Zimmer. Gut, es ist klein, typisch für Japan, aber das Beste daran: Auf der obersten Etage gibt es ein - jawohl, O-n-s-e-n…!

Kyoto: Tradition und Moderne