Archiv der Kategorie ‘Video‘

AtW 100: Tokyo - Asakusa und Senso-ji-Tempel

Donnerstag, den 16. Februar 2006

Am letzten Tag fahren wir mit der U-Bahn in den nördlichen Stadtteil Asakusa. Unser Ziel ist der älteste und bekannteste Tempel Tokyos, der Senso-ji. Der Tempeleingang allein ist schon recht beeindruckend, in der Mitte des imposanten Tores befindet sich eine riesige, farbig bemalte Papierlaterne. Ein geradezu ideales Fotomotiv für die unzähligen Touristen. Direkt dahinter schließt sich die legendäre Einkaufsstraße Nakamise an, in kleinen Verfkaufsständen werden allerhand Souvenirs feilgeboten. Bei dieser letzten Chance, einen Original-Yukata zu erstehen, schlagen wir gleich doppelt zu. Vor dem Haupttempel befindet sich ein weiteres Tor, Hozo-mon, an dem eine übergroße Strohsandale hängt.

Tokyo: Asakusa, Senso-ji-Tempel, vor dem Hozo-mon Tor

[Hier ein nettes Video über den Senso-ji]

Wir haben Hunger und wollen einer Empfehlung des Lonely Planet folgen. Nach einigem Suchen sind wir letztendlich fündig geworden und hellauf begeistert. Das Restaurant Daikokuya ist bekannt für Tempura, eine japanische Zubereitungsvariante frittierter Speisen. Mit einem Teigmantel aus Weizenmehl, Ei und Wasser versehen, werden diverse Fleisch-, Fisch-, Pilz- und Gemüsesorten sowie Sprösslingen und junge Blätter in heißem Öl schnell ausgebacken. Tempura ist ganz im Gegensatz zu den sonstigen Gebräuchen der japanischen Küche sehr fetthaltig. Wir entscheiden uns für die Variante Tendon, als Beilage zu Reis.

Abends gehen wir zum Ausklang noch einmal ins New Torigin, wo es uns schon am ersten Abend gut gefallen hat. Wir essen Yakitori und trinken hinterher noch einen Sake. Und noch einen Sake. Und noch einen Sake.

AtW 95: Kyoto - Meeting with the Abbot

Samstag, den 11. Februar 2006

Der letzte Tag in Kyoto wird nochmals ein außergewöhnlicher. Wir entscheiden uns gegen eine Fahrt ins benachbarte und ebenso interessante Nara. Statt dessen nehmen wir diesmal den Bus in den Nordwesten der Stadt.

Schon sehen wir den Wegweiser zum Daitoku-ji-Tempel. Dort steuern wir den Sub-Tempel Daisen-In wegen dessen Zen-Garten an. Die vier angelegten Steingärten sind sehr interessant, Fotos sind hier leider nicht erlaubt. Nach unserem ersten Rundgang bezieht uns ein schwedischer Aushilfsführer in seine Privatführung mit ein. Er erklärt uns den Sinn der Steinanordnung und dass die Gärten zweimal täglich gerecht werden. Dann zeigt er uns die Lieblingskalligraphie des Abtes, die sinngemäß darstellt, dass man selber prinzipiell sehr klein sei und der andere groß. Der Abt sei auch gerade da und würde sich immer freuen, wenn er von Deutschen angesprochen würde, er könne viele Sprachen. Wir machen dies tatsächlich, da er ein sehr offenes Wesen und ein freundliches Strahlen hat. Er spricht ein paar Brocken deutsch, also frage ich ihn: “Darf ich ein Foto von Ihnen machen?” Er akzeptiert, aber nur unter der Voraussetzung, dass auch meine Frau mit auf dem Bild ist.  Zum Abschluss wohnen wir noch einer traditionellen Tee-Zeremonie in ruhiger Atmosphäre bei.

Kyoto, Daisen-In-Tempel: Meeting with the Abbot

Der Bus bringt uns ein paar Stationen weiter zum bekanntesten Tempel Kyotos, Kinkaku-ji, oder auch Goldener Tempel genannt. Die obersten Etagen des Tempel-Pavillons sind mit Blattgold überzogen und sorgen deshalb für eine hohe Anziehungskraft. Insbesondere bei sonnigem Wetter, so wie heute. Der Andrang überwiegend japanischer Touristen ist sehr groß, so dass wir uns zum japanischen “Click-Tourismus” in Reinform entschließen: Reingehen, fotografieren und gegen den Strom wieder rausgehen. Das kann man ruhig einmal machen. Schließlich wartet noch eine weitere Attraktion auf uns, die bald schließen wird.

Kyoto: Kinkaku-ji-Tempel (goldener Tempel)

Im Eilschritt hasten wir - mit anderen zusammen - zum Ryoan-ji-Tempel. Den dortigen, wohl berühmtesten Zen-Garten Japans hätten wir beinahe verpasst, da er sich hinter dem Hauptgebäude befindet. Die Fläche des Zen-Gartens besteht aus fein gerechtem Kies mit fünfzehn scheinbar zufällig platzierten Steinen in fünf bemoosten Gruppen. Aus keinem Blickwinkel sind alle Steine sichtbar. Schade, dass die umgebende Mauer mit charakteristischem Muster derzeit restauriert und somit von einer Folie verdeckt wird. Darauf wird der Besucher am Eingang schon hingewiesen und kann sich überlegen, das Eintrittsgeld auszugeben. Wir bereuen es nicht und machen beim Hinausgehen als letzte die Tür zu.

Zum Abschluss des Kyoto-Aufenthaltes ein nettes Foto-Video über “108 Tempel in Japan”:

Und noch ein Promotion-Video von Japan-Guide: Kyoto - Beyond Gion

AtW 94: Kyoto - Kiyomizudera, Maikas und Mushimegane

Freitag, den 10. Februar 2006

Frühstück im kleinen, netten Café Kotobuki, das erst Anfang des Jahres eröffnet wurde. In schönem Amiente nehme ich das A-Set mit “Würstel”. Wegen des sonnigen Wetters steuern wir den Maruyama-Park im Osten der Stadt an. Der kleine Park ist schnell durchquert und schon befinden wir uns auf einem Weg, der immer touristischer wird. Statuen und Tempel säumen die Strecke, an einer Kreuzung verhandelt ein Rikscha-Fahrer mit zwei Maikas. Das sind hübsch aufgetakelte Geisha-Auszubildende mit hochgestecktem Haar, weiß gepudertem Gesicht, blumig-bunten Kleidern, die hinten zusammengefaltet sind und bewegen sich auf hohen Holzschuhen, die Clogs ähnlich sind.

Kyoto: Kiyomizudera-Tempel

Die Menschenmenge wird immer dichter und die Laden-Gasse mit Souvenirs und Devotionalien immer enger und steiler. Sie führt geradewegs hinauf zum Kiyomizudera-Tempel, vom Treiben her eine Art Neuschwanstein von Japan. Der hölzerne Tempel liegt sehr schön an einem Berghang und ist alleine wegen der phänomenalen Aussicht mit Blick über Kyoto eine Attraktion. Vorausgesetzt, man findet Platz auf der berühmten Terrasse vor der Haupthalle, die von hunderten Holz-Pfeilern gestützt wird.

Kyoto: Rikscha-Fahrer mit Maikas

Zurück in der Stadt steuere ich ein Brillengeschäft an, da ich auf der Suche nach einer Lupe bin. Den Begriff Mushimegane habe ich schon auf einen Zettel geschrieben zum Vorzeigen. Nein, das hätten sie nicht, erklärt die junge Angestellte freundlich. Wir wollen uns wieder verabschieden, als sie mir anbietet, meine Brille zu putzen, selbstverständlich “free of charge”. Ja, warum nicht, schon bedeutet sie uns, wir sollen uns hinsetzen und bringt uns Tee. Wir plaudern über Deutschland, Japan, Gott und die Welt. Währenddessen wird meine Brille geputzt und nach kurzer Dauer Inspektion von unserer Gesprächspartnerin nochmals zurückgegeben, um die Bügel nachzuziehen. Nach geraumer Zeit erhalte ich die am besten geputzte und justierte Brille, die ich jemals auf der Nase hatte.

Hier ein Video rund um den Tempel Kiyomizudera von einer Gruppe “verrückter” Spanier, mit Fotos gewürzt:

AtW 89: Kurokawa - Onsen ohne Ende

Sonntag, den 5. Februar 2006

Heute findet die Krönung der Herausforderung beim Frühstück im Ryokan Okunoyu statt: Spiegelei mit Stäbchen essen! Aber auch dies lässt sich meistern.

Kurokawa: Spiegelei mit Stäbchen

Nach dieser feinen Stärkung starten wir mit unserem Onsen-Pass und einem kleinen Handtuch zum heutigen ”Onsen-hopping”.

Kurokawa: Onsen-Pass

Wir beginnen mit dem Yamamizuki Onsen, welches auch über ein Ryokan verfügt und als schönstes Onsen gilt. Ein Shuttle-Bus bringt uns und eine Gruppe männlicher Gäste in das etwas oberhalb des Orts gelegene Anwesen. Das gemischte Onsen ist fast ausschließlich von Männern belegt und lässt keine Wünsche offen. Es ist großzügig, direkt am Fluss Kurokawa gelegen und einzigartig in die Felslandschaft eingebettet. Wir genießen zwei Badegänge, wobei wir beim zweiten ganz alleine im Wasser sind und uns wie der Kaiser von Japan höchstpersönlich fühlen. Dazwischen stärken wir uns mit einer feinen Soba-Suppe.

Kurokawa: Im Yamamizuki-Onsen

Wieder zurück im Dorf gönnen wir uns in der feinen Bäckerei ein hausgemachtes süßes Gebäck und suchen das nächste Onsen auf. Dort im Eingangsbereich sehen wir wie an vielen Stellen des Ortes, dass eine Quelle als natürlicher Eierkocher verwendet wird. Überall stehen kleine Figuren, Tiere und Tempelchen wohlangeordnet in den kleinen Gärten. Zur Krönung dieses Tages steigen wir nochmals ins hauseigene Onsen und machen noch einen kleinen Spaziergang rund um diese schöne Ryokan-Anlage.

Der Badeort Kurokawa steht etwas im Schatten des viel touristischeren Beppu an der Ostküste Kyushus, nicht weit entfernt. Über Beppu und dessen Nachbarort Yufuin gibt es ein stimmungsvolles Promotion-Video:

AtW 87: Überwältigendes Japan!

Freitag, den 3. Februar 2006

Am Flughafen Chubu in Nagoya buchen wir unseren Inlandsflug so um, dass wir direkt von hier auf die Südinsel Kyushu fliegen können. Der Transfer zum anderen Flughafen Nagoyas bleibt uns also erspart. War bei der japanischen Fluggesellschaft JAL überhaupt kein Problem. Mit einer fast leeren Maschine kommen wir nach ca. eineinhalb Stunden auf dem Kumamoto Airport an. Dort klappt es endlich, japanisches Geld aus dem Automaten zu ziehen. Mit zigtausend Yen in den Händen gönnen wir uns das erste Sandwich, und… Bier.

“Kurokawa -  a real treasure”. Schreibt der Lonely Planet-Reiseführer, den wir noch in Australien gekauft haben. Die Information über den Bustransfer dorthin sowie die Organisation der mehrstündigen Busfahrt quer über Kyushu in nordöstlicher Richtung sind perfekt. Wir werden beim Bushaltestellenaufseher angekündigt, dass wir nach Kurokawa ins Gebiet des größten aktiven Vulkans - Aso, fahren wollen. Der Aufseher wiederum verspricht, dies dem Busfahrer mitzuteilen, damit wir an der richtigen Stelle aussteigen. Selbst das Geld für die Busfahrt wird noch behände gewechselt, damit es in den Automaten passt. Und im Bus selber weist uns ein junges japanisches Pärchen auf die baldige Ankunft in Kurokawa hin.

“Welcome to Kurokawa Spa”, steht auf dem Ortsschild, immerhin auch in lateinischer Schrift. Ein verträumtes Örtchen am Lauf des gleichnamigen Flusses gelegen, der direkt aus dem großen Vulkangebiet im Hintergrund kommt. Aus jedem zweiten Haus steigt Dampf und Rauch auf. Diese Region mit ihren zahlreichen Thermalquellen und Naturbädern machte uns große Lust. Die Onsen genannten Bäder haben eine große Tradition und sind auch bei den jungen Japanern Kult. Vor dem eigentlichen Bad wäscht man sich ausgiebig und taucht dann nur mit einem kleinen Handtuch bedeckt in das heiße Onsen-Becken in der freien Natur. 

Kurokawa - Aso San

Das junge Pärchen aus dem Bus lotst uns zum Touristenbüro, wo wir uns bei der einzigen, gebrochen englisch sprechenden Angestellten über Unterkünfte informieren. Kurzerhand fährt sie uns zu einem Ryokan, das über dieses Wochenende noch freie Plätze hat. Es gehört zu den traditionellen Ryokans mit hauseigenem Onsen. Der Check-in ist noch nicht möglich, also bringt uns die freundliche Dame erst einmal zu einem Tofu-Restaurant. “Das ist ja wie beim Japaner”. Schuhe ausziehen und rund um einer Feuerstelle Platz nehmen. Auf dem Holztablett, das wir bekommen, stehen bestimmt zehn Schälchen mit allen möglichen Leckereien. Der Tofu wird im heißen Wasser vor unseren Augen frisch zubereitet. Welch tolle Einstimmung!

Im Ryokan Okunoyu erwartet uns ein wahrer Traum. Der Empfangsbereich wie aus dem Bilderbuch, eine kleine Sammlung antiker Teetässchen, Girlanden papierdünner orangefarbiger Lampionblügen, frischer Blumenschmuck und allerhand sonstiges nett drapiertes Geschirr hinter Glas macht es gemütlich. Das Gepäck wurde bereits in unser Zimmer im ersten Stock gebracht. Richtige Betten zur Rechten und die klassischen Tatami-Matten zur Linken, abgetrennt durch Schiebewände, die mit Papier bespannt sind. Ein winziger Tisch und zwei Stühle, besser gesagt Sitzschalen, sind mittig angeordnet, dahinter ein kleiner Bereich mit einem Ikebana-Blumengesteck und einer Kalligraphie. Schiebetüren auch zum Balkon mit direktem Blick auf den Fluss Kurokawa. Fein säuberlich zusammengelegt ein blauer und ein roter Yukata. Dazu ein Schulterüberwurf aus Wolle, speziell für die kalte Jahreszeit. Söckchen mit Antirutsch-Noppen und Abtrennung nur für die große Zehe. Und kleine rote Schläppchen, deren Maximalgröße eher einem Spanier passt als mir. Für die Toilette mit beheizter Klosett-Brille gibt es separate Schläppchen, sehr wichtig und noch überall in Japan aktuell.

Ryokan Okunoyu: Onsen

Der erste Weg geht sofort ins hauseigene Onsen. Im Yukata und mit einem speziellen kleinen Handtuch wandeln wir die Treppe hinunter in den Anbau. Dezent versteckt hinter roten und blauen Tüchern kommt der Eingang zum Vorschein, getrennt nach Männlein und Weiblein. Kaum ist die Schiebetüre wieder sanft verschlossen, weisen ausgezogene Schuhe darauf hin, dasselbe zu tun. Eventuell noch vorhandene Klamotten von Tagesgästen werden in einem Korb aufbewahrt, dann betritt man den nächsten Raum, in dem vor Dampf kaum etwas zu sehen ist. Schemenhaft ist eine Hand voll kleiner Bänkchen und Schüsseln erkennbar, davor in Hüfthöhe an der Wand jeweils Duscharmaturen und auf der Ablage überdimensionale Seife- und Shampoospender. Die Anordnung ist so, dass der vor dem Baden so wichtige Reinigungsprozess im Hocken erfolgen soll. Nebenan höre ich, wie eine Dame unter Gelächter vom Hocker plumpst. Nach der Reinigung geht es hinaus ins Freie, ins gemischte Becken. Beim Hinabsteigen ins Wasser wird das kleine Handtuch zusammengefaltet und auf den Kopf gelegt. Wahnsinn, wie auf Kalender-Fotos liege ich nun im Freien im heißen Wasser, schaue auf Bäume, den Bauch und eine kleine Höhle, in der sich noch ein Onsen verbirgt. Überall dampft es, herrliche Ruhe, Entspannung pur. Und ich habe nichts als ein kleines weißes Handtuch auf dem Kopf. Wie ein Japaner.

Wie verabredet, klopft es um halb sieben abends an unserer Tür. Die Abendzeremonie beginnt. Die Bedienstete schlüpft gekonnt aus den Hausschlappen und faltet sich grazil zu uns an den Tisch hinunter. Wir bekommen die ersten kleinen Schälchen mit Essen gereicht. Nach kurzer Zeit klopft es erneut und der nächste Gang wird serviert. Nach und nach stehen etwas zwanzig Gefäße unterschiedlicher Größe auf dem Tisch. Eines stilvoller zubereitet als das andere, sämtliche Schälchen haben unterschiedliche Form und Farbe. Miso-Suppe, Fisch, Muscheln und Algen, Tofu, Eierpudding, Pilze und Sprossen. Das Arrangement ist verführerisch aber unklar. Manche Speisen können wir entschlüsseln, andere wiederum lassen wir uns erklären. Hierfür wird extra der Junior-Chef gerufen. Sehr vieles ist eingelegt, süß-sauer, Fisch oder Gemüse und kalt. Über einem kleinen Stövchen lodert eine Suppe. Diese wunderbare, einzigartige Zeremonie erstreckt sich über einen Zeitraum von zwei Stunden.

 Ryokan Okunoyu: Abendzeremonie

Wow!!!

Dieses kurze Foto-Video vermittelt einen weiteren Eindruck von Kyushu aus der Sicht eines jungen japanischen Touristen.

AtW 82: Sydney - Manly Scenic Walkway

Sonntag, den 29. Januar 2006

Nachdem wir Sydney’s tourist attractions gestern schon en passant mitgenommen haben, wollen wir heute einem Tipp des Reiseführers folgen. Und zwar eine kleine, zehn Kilometer lange Wanderung, ”one of the most scenic harbour walking tracks in the world”.

Bei schönstem Sonnenschein nehmen wir an der Circular Quay eine Fähre nach Manly. Beim Umfahren der muschelförmigen Oper erfasst man das glitzernde, weiße Dach in seiner ganzen Schönheit. Nach einer knappen halben Stunde Fahrzeit verlassen wir das Boot und gehen direkt an ALDI vorbei. Hier stopfen sich die Leute die Tüten voll, selbstverständlich auch am Sonntag. Kurz darauf beginnt der Manly Scenic Walkway.

Auf dieser wunderschönen Promenade kommen wir an zahlreichen Stränden vorbei, passieren kleine und große Buchten, eine abgelegener als die andere. Der Weg führt an schönen Häusern und üppiger Vegetation vorbei. Zunächst sind die Strände noch frei zugänglich und von unzähligen Menschen gesäumt, vereinzelt gibt es Meeresschwimmbecken und Segelboothäfen. Nach knapp der Hälfte des Weges betreten wir den Sydney Harbour National Park. Hierher verirren sich jetzt nur noch Wanderer oder diejenigen, die abgelegene Plätze bevorzugen.

Der Weg windet sich nun durch dichteres Gestrüpp auf eine Anhöhe zu. Dort angelangt, haben wir einen fantastischen Panoramablick von Manly ganz zur Linken über das “Einfallstor” des natürlichen Hafens von Sydney in der Mitte bis zu den Hochhäusern des Central Business District ganz hinten rechts. Wenn Auckland als “Sailing City” gilt, dann ist Sydney die “Mega Sailing City” oder die “Sailing Capital”. Was da an Booten unterwegs ist, einfach unfassbar. Der krönende Abschluss dieser Tour ist die kurze Abkühlung in einer der letzten Buchten. Außer meiner Frau schwimmen noch ein, zwei weitere Frauen im Wasser. Der Rest - vornehmlich männlich - steht im Wasser und… trinkt Bier!

Sydney - Manly Scenic Walkway: Castle Rock Beach

Das Video “Beautiful Manly und Sydney Harbour” wurde als kurzer Promotion-Film für die Manly Area gedreht. Der Filmer ist stolz auf den Spezialeffekt mit der Oper… Enjoy it!

AtW 80: Adelaide - Indian Pacific Train gen…

Freitag, den 27. Januar 2006

Pünktlich um 8:37 Uhr holt uns der Sky-Shuttle-Bus am Hotel ab und bringt uns zum “Keswick Terminal”. Klingt großartig, ist aber nur ein Bahnhof mit zwei Gleisen, dagegen wirkt selbst der Bahnhof von Augsburg großstädtisch! Immerhin halten hier Züge, die mit Superlativen aufwarten können und bei Zugfans die Augen leuchten lassen: THE GHAN, INDIAN PACIFIC, THE OVERLAND.

Wir verzehren in der Caféteria noch ein kleines Frühstück und können die anderen Reisegäste beschnuppern, wobei man sich beim Gedanken ertappt “hat wohl nicht für einen Flug gereicht…” Um 10:00 Uhr besteigen wir den legendären Fernreisezug Indian Pacific, der Perth im Südwesten Australiens mit Sydney im Südosten über eine Gesamtstrecke von mehr als 4.300 Kilometern verbindet.

Die Fahrt über Nacht im verheißungsvollen Red Kangaroo daynighter entpuppt sich allerdings als Reinfall. Vergleichbar mit alten, durchgesessenen Eurocity-Sitzen werden wir durchgeschaukelt bis auf Mark und Bein. Die Assoziation mit einem Vieh-Transport wird durch üble Gerüche der Mitreisenden und deren Speisen (Ein Nachbar neben uns beißt immer wieder in eine Art Apfel, bis wir feststellen, es ist K-n-o-b-l-a-u-c-h…) noch verstärkt. Bequeme Ausweichmöglichkeiten wie der Aufenthaltswagen mit Flipper werden selbst für ein kurzes Nickerchen kategorisch untersagt - die wissen warum.

Touristenfalle also, oder doch kultiges Transportmittel, wie Christopher, unsere Zugbekanntschaft meint? Ob das im noch legendäreren THE GHAN - der Nord-Süd-Verbindung Australiens - ähnlich ist? Versöhnlich sind auf jeden Fall die tollen Eindrücke des Outback, das wir durchqueren. Eine große rote Dürre, das “Nichts”, das ist das Outback. Aber Sonnenunter- und aufgang vor so einem Hintergrund ist fantastisch.

Adelaide - Keswick Terminal

Über den Indian Pacific gibt es sogar einen Song.

AtW 79: Adelaide - Zum Strand von Glenelg

Donnerstag, den 26. Januar 2006

Heute ist es nicht nur heiß, darüber hinaus auch noch drückend schwül bei ca. 40 ° Celsius. Die Devise des Tages lautet: raus aus der Stadt, ans Meer! Wir nehmen die historische Tram, um in den direkt am Meer gelegenen Stadtteil Glenelg zu gelangen.

Leider sind wir heute nicht die einzigen, denn es ist Australia Day, Australiens offizieller Feiertag (vor über 200 Jahren kam das erste Schiff mit britischen Strafgefangenen in Sydney an). Sehr viele Australier sind an diesem Tag unterwegs und es herrscht buntes Treiben am Strand mit seinem besonderen Flair. Die Hauptattraktion ist der lange Bootsanleger Jetty, überall wird geplanscht, gebadet und natürlich gegrillt. Ohne BBQ scheint man in Australien nur ein halber Mensch zu sein.

Adelaide - Strand von Glenelg

Dieses Video vermittelt einen ganz netten Eindruck von Glenelg.

AtW 72: Great Ocean Road - 12 Apostels

Donnerstag, den 19. Januar 2006

Blauer Himmel, schönster Sonnenschein und ca. 30 ° Celsius, was will man mehr, wenn die zweitgrößte Touristenattraktion Australiens auf dem Programm steht. Die kurvige Strecke führt entlang einer zerklüfteten Steilküste. Bald müssen sie kommen. Und dann entdecken wir auch schon die ersten zwei der Twelve Apostels. Wir gehen die glitschigen, steilen Felstreppen - die Gibson steps - hinunter zum Strand und kommen ganz nah ran an die Kolosse. Insgesamt acht bizarre, wellenumspülte, bis zu 60 Meter hote Felskegel aus Kalkstein stehen im Meer. Die Great Ocean Road findet hier ihren spektakulären Höhepunkt. 

12 Apostels - Great Ocean Road

Eine weitere Attraktivtität in unmittelbarer Nähe ist Loch Ard Gorge, eine tolle Felsformation mit einer Schlucht und dann sind wir schon in Port Campbell, der Campingstation des heutigen Tages. Abends fahren wir nochmals zu den 12 Aposteln und beobachten, wie der Sonnenuntergang die Felsen in der Brandung leuchten lässt.

Hier gibt’s auch noch ein nettes Video.

AtW 70: Erlebnisse im Otway National Park

Dienstag, den 17. Januar 2006

Nach dem Wecker klingeln auf dem Marengo Holiday Park gibt es leckeres Porridge zum Frühstück. Nochmals ein kurzer Abstecher zum Great Ocean Walk und schon zieht die Karawane weiter. Die Great Ocean Road verlässt die Küste und führt hinein in den kühl gemäßigten Regenwald, wir biegen ab zum Otway National Park. Das Schild am Straßenrand gibt die Prioritäten für die nächsten zwölf Kilometer vor:

next_12_km.JPG

Keine zehn Minuten später steht ein Auto - obgleich Linksverkehr - am rechten Straßenrand mit dem fotografierenden Fahrer daneben. Nach längerem Absuchen des Dickichts entdecken auch wir ein kleines, sich bewegendes Büschel im Geäst. Ein Koala. Das Tier krabbelt sogar den Baum hinunter, humpelt verletzt über die Straße und verschwindet auf der anderen Seite im Gebüsch.  Wir sehen noch zahllose weitere Koalas in den Wipfeln der Eukalyptus-Bäume vor sich hin dösen. Gefressen wird nur nachts.

Koala

Die nächste Station ist das ganz am südlichen Ende des Nationalparks gelegene Cape Otway Lighthouse. Beeindruckende Anlage mit Leuchtturm aus dem Jahre 1848, der noch bis 1994 in Betrieb war, und Telegraph Station. Der Leuchtturm wird solar betrieben und ist bis 34 Kilometer sichtbar. Auf der Rückfahrt kommen wir an einem Schild vorbei, das zum “Cape Otway Centre for Conservation Ecology” hinweist. Neugierig geworden, biegen wir in den Weg ein.

“Hi, I’m Shayne”, begrüßt uns ein junger, freundlicher Australier mit rötlich gelocktem Haar in Ranger-Klamotten. Wir fühlen uns sofort wohl und erkundigen uns über Nachtwanderungen, um die nachtaktiven Koalas beim Fressen beobachten zu können. Nebenbei erfahren wir, dass es hier auch Gästezimmer gibt. Das sieht gut aus! Und schon empfängt uns Lizzie zum dusk walk in der Dämmerung. Wir bekommen ein Fernglas, etwas zu trinken und “Koala”-bärchen zum Naschen. Neben Koalas beobachten wir auf einer Lichtung eine ganze Horde Kängurus, die sich teilweise wilde “Prügeleien” liefern. Eines davon hat Lizzie groß gezogen und dieses hoppelt gleich zur Begrüßung auf sie zu. Nach dem Dinner beginnt dann der phänomenale night walk. Von der roten Taschenlampe angestrahlt, erkennt man, wie die Koalas sehr geschickt Eukalyptus-Äste heranziehen und davon Blatt um Blatt abrupfen und in kürzester Zeit verspeisen. Weiterhin sehen wir Possums und kleine schwarze Kängurus, swamp wallabies.

Lizzie und Mathilda

Dieser Ort ist ein absolutes Wohlfühlplätzchen! Nehmt Euch knapp acht Minuten Zeit und schaut Euch dieses Video an, Koala- und Naturfreunde werden auf ihre Kosten kommen!