Archiv der Kategorie ‘Highway 1‘

AtW 32: Spektakulärer Highway 1

Samstag, den 10. Dezember 2005

Wir tanken frische Morgenluft im Wald des Limekiln State Beach und machen einen kleinen Spaziergang zu einem gewaltigen Wasserfall. In der nahezu einsamen Bucht herrscht wunderschöne Morgenstimmung. Nun folgt der famoseste Küstenabschnitt des Highway 1, besser bezeichnet als brillant costal scenery. Diese atemberaubende Strecke verleitet einen immer wieder dazu, anzuhalten, nach unten zu blicken und Fotos zu schießen. Durch das entspannte Dahingleiten in unserem Chevrolet mit cooler Musik fühlen wir uns einer amerikanischen Charaktereigenschaft sehr nahe: Den Alltag möglichst mit Abwesenheit von Stress zu bewältigen.

Zum Lunch steuern wir das Ragged Point Inn & Resort an, stilvoll sitzt man auf der Terrasse mit Blick über das offene Meer. Ein potenzielles Hochzeitspaar inspiziert gerade die location mitsamt Pavillon für deren baldige Feier. Bei Piedras Blancas stoßen wir auf Kaliforniens größte Kolonie von See-Elefanten, derzeit sind nur männliche Tiere anwesend. Zu süß, wie sich diese Kolosse im Sand wälzen, unbeholfen am Kopf kratzen, sich gegenseitig anmaunzen, im Wasser wilde Kämpfe austragen und mühsam wieder an Land watscheln.

Die Dämmerung setzt ein, wir haben bis Los Angeles noch gut 200 Meilen vor uns. Meine Frau fährt den “Chevi” tapfer, lässt sich nicht irritieren, als die Straße nach und nach fünfspurig wird. Die Geschwindigkeitsbeschränkung sorgt dafür, dass der Verkehr nicht chaotisch wird. Schließlich biegen wir auf den Santa Monica Boulevard ein und haben bald unser letztes Etappenziel in USA erreicht, das dortige Best Western Gateway Hotel.

AtW 31: 17-Mile Drive, Carmel und Big Sur

Freitag, den 9. Dezember 2005

Zuerst schauen wir uns in Monterey die legendäre Cannery Row an, die reale Vorlage für einen Bestseller von John Steinbeck. Rechtzeitig mit Erreichen des interessantesten Abschnitts des Highway 1 wird das Wetter wieder schöner. An der wunderschönen Strandpassage bei Pacific Grove stehen alte viktorianische Häuser, alle mit Teleskopen hintern den Fenstern. Dies lässt den Rückschluss über häufig vorbeiziehende Seelöwen, See-Elefanten oder gar Wale zu. Schilder weisen immer wieder darauf hin.

Über den Asilomar State Beach, bevölkert von einer mysteriös anmutenden Meditationsgruppe, gelangen wir schließlich zum 17-Mile Drive, eine scenic road. Diese landschaftlich sehr reizvolle Strecke verbindet Pacific Grove mit dem hübschen Örtchen Carmel und kostet US$ 8,50 für die Benutzung. Erster Höhepunkt dieser mit vielen Aussichtspunkten gespickten Strecke ist die Lone Cypress [Foto im Link]. Angeblich der meistfotografierte Baum der Welt, das Wahrzeichen des dortigen “schönsten Golfplatzes der Welt” und gleichzeitigem Resort mit Namen Pebble Beach.

 In Carmel gelangen wir an einen schönen Strand, an dem sich jetzt bei Dämmerung viele Leute einfinden, um den Sonnenuntergang zu genießen. Wir besichtigen die spanische Mission von Carmel, machen spektakuläre Aufnahmen des Sonnenuntergangs mit dem imposanten vulkanischen Felsblock Point Sur mitsamt Leuchtturm im Vordergrund und beziehen schließlich Quartier in der waldigen Gegend von Big Sur im Glen Oaks Motel. Im Deetjen’s war leider kein Plätzchen mehr für uns frei, dafür haben wir dort hervorragend an einem kleinen runden Tischchen gespeist [Link mit Mozart!].

AtW 30: Von Santa Cruz nach Monterey

Donnerstag, den 8. Dezember 2005

“In Germany you always have to justify, in USA you just do it” lesen wir in der Zeitung, Zitat Jürgen Klinsmann. Er ist in Deutschland gerade unter Beschuss ob seiner Methoden zur Vorbereitung auf die Fussball-WM. Ein knackiges und treffendes Fazit über einen wesentlichen charakterlichen Unterschied der beiden Länder.

Heute regnet es nicht. Wir fahren am ersten State Beach raus, zahlen einmalig US$ 6,00 und können am heutigen Tage so viele State Beaches besichtigen wie wir wollen. Im Visitor Center unternehmen wir einen vergeblichen Telefonversuch. Ein Amerikaner ist uns dabei über die Maßen behilflich [die zugehörige Anekdote steht hier, Leseprobe “Highway 1″].  Auf der weiteren Strecke machen wir einen Abstecher nach Salinas, etwas von der Küste zurückgesetzt. Die Gegend wird als “Salatschüssel der Welt” bezeichnet, die Äcker sind tatsächlich voll mit überwiegend Eisberg-Salat. Im dortigen Hullaballo Restaurant verzehren wir ein really leckeres “awesome daily lunch special”. Bekannt ist Salinas wegen dessen großen Sohn, dem Schriftsteller John Steinbeck.

“Action and News” lesen wir auf dem Van einer TV-Gesellschaft, der direkt an der Unfallstelle auf der Gegenspur des Highways geparkt ist. So sind hier die Prioritäten! Ankunft in Monterey. Wir erreichen diese wunderschöne Stadt, auf der gleichnamigen Halbinsel gelegen, bei Dämmerung in genau der Stimmung wie auf der Homepage vermittelt. Nein, nicht schon wieder ein Best Western Hotel. Wir entscheiden uns für das über hundertjährige Monterey Hotel mit seinem Jugendstil-Flair, bzw. European style. Zum Ankommen bietet sich ein Spaziergang über das weihnachtlich geschmückte Fisherman’s Wharf an.

AtW 29: Welcome Highway No. 1

Mittwoch, den 7. Dezember 2005

Über diverse, verwirrende Highway-Kreuzungen gelangen wir auf die längste Brücke der Bay Area, die San Mateo-Bridge. Nach einem letzten Höhenzug geht es dann hinunter in die Half Moon Bay, ca. 40 Kilometer südlich von San Francisco. Kurz bevor wir auf den Highway 1 treffen, stärken wir uns beim Flying Fish Grill, einer weiteren tollen Empfehlung des Lonely Planet-Führers. Die Chefin des Hauses hat vor langer Zeit zwei Jahre in Deutschland verbracht und gibt uns Insider-Tipps für die weitere Reise. Dann biegen wir ein auf die legendäre Küstenstraße Highway No. 1 und fahren gen Süden, in Richtung Los Angeles. Dort wollen wir in drei Tagen ankommen.

Die berühmte Strecke beginnt zunächst ernüchternd, es regnet. Ein Abstecher zum Ritz-Carlton, das sich direkt an der Steilküste in traumhafter Lage befindet, vermittelt dann aber den mondänen Charakter dieser Gegend. Nun kommen sie, wie die Perlen an der Kette aufgereiht: Ein State Beach nach dem anderen. Muss schön sein, da rauszufahren, bei schönem Wetter. Unser Ziel ist eine kostengünstige Nächtigungmöglichkeit. Wir wollen im Pigeon Point Lighthouse Hostel nächtigen, einer Art Jugendherberge im Leuchtturm. Entpuppt sich bei näherem Hinsehen aber als nicht empfehlenswert. Im Best Western Hotel in Santa Cruz werden wir schließlich fündig. Dort treffen wir erstmals auf spanische Spuren und nehmen die große Anzahl an homeless people wahr.

Highway No. 1