Archiv der Kategorie ‘USA‘

AtW 35: Last day in L.A.

Dienstag, den 13. Dezember 2005

Nach der Aufgabe von Weihnachtspost und einem “Entsorgungspaket” bisheriger Utensilien und einem weiteren Abstecher in die C&O Trattoria gibt es noch ein bisschen klassisches L.A. zu sehen.

Wir machen ein letztes Cruising mit unserem “Chevi” nach Beverly Hills, über den Sunset Boulevard und den Rodeo Drive. Man bekommt eine Ahnung von dem vorhandenen Glamour und Reichtum. In manchen Gebieten gibt es gar keine Bürgersteige, nur mannshohe Mauern und Hecken trennen Straße von Privatgrund. 

Die letzte Fahrt geht dann zum Los Angeles Airport. Eine beeindruckende Anlage, insbesondere das abendlich angestrahlte ”UFO”-Gebäude. Hier wird im Jahr eine Anzahl Passagiere abgefertigt, die der alten Bundesrepublik entspricht.
Abflug ist abends um Viertel vor neun mit dem Ziel Tonga in der Südsee. Nach drei Wochen Kalifornien stellen wir fest: Kalifornien hat alles, was man sich zum Leben vorstellt, Meer, Berge, Nationalparks, faszinierende Großstädte und kleinstädtisches Leben, fast food und gehobenes Essen, eigene hochwertige Weine und Bio-Produkte.

AtW 34: Santa Monica

Montag, den 12. Dezember 2005

Heute machen wir auch activity am Santa Monica Beach: Wir leihen uns Fahrräder und fahren am Strand über eigens für den Freizeitsport angelegte Fahrspuren. Am Venice Beach, der seine beste Zeit wohl hinter sich hat, entdecken wir einen weiteren Geheimtipp: C&O Trattoria mit dem Slogan “people generally don’t leave hungry”, der sich auch vollstens bewahrheitet.

Nachmittags steht Wäsche waschen nebst Bierchen trinken bei “Eat, Drink & Wash” auf dem Programm und ausgiebiges Speichern vieler Digitalfotos. Hierfür nutzen wir gerne die hervorragende Infrastruktur von L.A.

AtW 33: Santa Monica bei Los Angeles

Sonntag, den 11. Dezember 2005

Heute ist schon ein Drittel unserer großen Reise um. Wahnsinn, was wir in diesen gut vier Wochen schon alles erlebt haben. Und wie oft “plätschert” ein Monat im Alltag nur so dahin…

Mit dem Auto zum Strand, dem Santa Monica Beach und dort wird erst einmal ein “Strand-Check” gemacht. Zwei Stunden Parken für US$ 2,-. Und schon sehen wir den Jahrmarkt auf der Pier, bekannt aus “Forrest Gump”. Gemütliches Spazieren auf der einen Seite, activity auf der anderen Seite: Joggen, Skaten, Rad fahren, Wellen reiten, Ertüchtigung unter freiem Himmel für jedermann, nach dem Motto “Life is great in the Golden State”. Zum Lunch stärken wir uns im Real Food Daily am Santa Monica Boulevard, laut Lonely Planet-Führer “one of LA’s best organic and vegan restaurants”.

Nachmittags fahren wir am Strand entlang durch L.A. mit Santa Monica Beach, Venice Beach, Marina Del Rey, am Flughafen vorbei nach Manhattan Beach, einem Geheimtipp, zumindest für Touristen. Hier tummeln sich die Einheimischen, beeindruckend der Sonnenuntergang!

Santa Monica Beach

AtW 32: Spektakulärer Highway 1

Samstag, den 10. Dezember 2005

Wir tanken frische Morgenluft im Wald des Limekiln State Beach und machen einen kleinen Spaziergang zu einem gewaltigen Wasserfall. In der nahezu einsamen Bucht herrscht wunderschöne Morgenstimmung. Nun folgt der famoseste Küstenabschnitt des Highway 1, besser bezeichnet als brillant costal scenery. Diese atemberaubende Strecke verleitet einen immer wieder dazu, anzuhalten, nach unten zu blicken und Fotos zu schießen. Durch das entspannte Dahingleiten in unserem Chevrolet mit cooler Musik fühlen wir uns einer amerikanischen Charaktereigenschaft sehr nahe: Den Alltag möglichst mit Abwesenheit von Stress zu bewältigen.

Zum Lunch steuern wir das Ragged Point Inn & Resort an, stilvoll sitzt man auf der Terrasse mit Blick über das offene Meer. Ein potenzielles Hochzeitspaar inspiziert gerade die location mitsamt Pavillon für deren baldige Feier. Bei Piedras Blancas stoßen wir auf Kaliforniens größte Kolonie von See-Elefanten, derzeit sind nur männliche Tiere anwesend. Zu süß, wie sich diese Kolosse im Sand wälzen, unbeholfen am Kopf kratzen, sich gegenseitig anmaunzen, im Wasser wilde Kämpfe austragen und mühsam wieder an Land watscheln.

Die Dämmerung setzt ein, wir haben bis Los Angeles noch gut 200 Meilen vor uns. Meine Frau fährt den “Chevi” tapfer, lässt sich nicht irritieren, als die Straße nach und nach fünfspurig wird. Die Geschwindigkeitsbeschränkung sorgt dafür, dass der Verkehr nicht chaotisch wird. Schließlich biegen wir auf den Santa Monica Boulevard ein und haben bald unser letztes Etappenziel in USA erreicht, das dortige Best Western Gateway Hotel.

AtW 31: 17-Mile Drive, Carmel und Big Sur

Freitag, den 9. Dezember 2005

Zuerst schauen wir uns in Monterey die legendäre Cannery Row an, die reale Vorlage für einen Bestseller von John Steinbeck. Rechtzeitig mit Erreichen des interessantesten Abschnitts des Highway 1 wird das Wetter wieder schöner. An der wunderschönen Strandpassage bei Pacific Grove stehen alte viktorianische Häuser, alle mit Teleskopen hintern den Fenstern. Dies lässt den Rückschluss über häufig vorbeiziehende Seelöwen, See-Elefanten oder gar Wale zu. Schilder weisen immer wieder darauf hin.

Über den Asilomar State Beach, bevölkert von einer mysteriös anmutenden Meditationsgruppe, gelangen wir schließlich zum 17-Mile Drive, eine scenic road. Diese landschaftlich sehr reizvolle Strecke verbindet Pacific Grove mit dem hübschen Örtchen Carmel und kostet US$ 8,50 für die Benutzung. Erster Höhepunkt dieser mit vielen Aussichtspunkten gespickten Strecke ist die Lone Cypress [Foto im Link]. Angeblich der meistfotografierte Baum der Welt, das Wahrzeichen des dortigen “schönsten Golfplatzes der Welt” und gleichzeitigem Resort mit Namen Pebble Beach.

 In Carmel gelangen wir an einen schönen Strand, an dem sich jetzt bei Dämmerung viele Leute einfinden, um den Sonnenuntergang zu genießen. Wir besichtigen die spanische Mission von Carmel, machen spektakuläre Aufnahmen des Sonnenuntergangs mit dem imposanten vulkanischen Felsblock Point Sur mitsamt Leuchtturm im Vordergrund und beziehen schließlich Quartier in der waldigen Gegend von Big Sur im Glen Oaks Motel. Im Deetjen’s war leider kein Plätzchen mehr für uns frei, dafür haben wir dort hervorragend an einem kleinen runden Tischchen gespeist [Link mit Mozart!].

AtW 30: Von Santa Cruz nach Monterey

Donnerstag, den 8. Dezember 2005

“In Germany you always have to justify, in USA you just do it” lesen wir in der Zeitung, Zitat Jürgen Klinsmann. Er ist in Deutschland gerade unter Beschuss ob seiner Methoden zur Vorbereitung auf die Fussball-WM. Ein knackiges und treffendes Fazit über einen wesentlichen charakterlichen Unterschied der beiden Länder.

Heute regnet es nicht. Wir fahren am ersten State Beach raus, zahlen einmalig US$ 6,00 und können am heutigen Tage so viele State Beaches besichtigen wie wir wollen. Im Visitor Center unternehmen wir einen vergeblichen Telefonversuch. Ein Amerikaner ist uns dabei über die Maßen behilflich [die zugehörige Anekdote steht hier, Leseprobe “Highway 1″].  Auf der weiteren Strecke machen wir einen Abstecher nach Salinas, etwas von der Küste zurückgesetzt. Die Gegend wird als “Salatschüssel der Welt” bezeichnet, die Äcker sind tatsächlich voll mit überwiegend Eisberg-Salat. Im dortigen Hullaballo Restaurant verzehren wir ein really leckeres “awesome daily lunch special”. Bekannt ist Salinas wegen dessen großen Sohn, dem Schriftsteller John Steinbeck.

“Action and News” lesen wir auf dem Van einer TV-Gesellschaft, der direkt an der Unfallstelle auf der Gegenspur des Highways geparkt ist. So sind hier die Prioritäten! Ankunft in Monterey. Wir erreichen diese wunderschöne Stadt, auf der gleichnamigen Halbinsel gelegen, bei Dämmerung in genau der Stimmung wie auf der Homepage vermittelt. Nein, nicht schon wieder ein Best Western Hotel. Wir entscheiden uns für das über hundertjährige Monterey Hotel mit seinem Jugendstil-Flair, bzw. European style. Zum Ankommen bietet sich ein Spaziergang über das weihnachtlich geschmückte Fisherman’s Wharf an.

AtW 29: Welcome Highway No. 1

Mittwoch, den 7. Dezember 2005

Über diverse, verwirrende Highway-Kreuzungen gelangen wir auf die längste Brücke der Bay Area, die San Mateo-Bridge. Nach einem letzten Höhenzug geht es dann hinunter in die Half Moon Bay, ca. 40 Kilometer südlich von San Francisco. Kurz bevor wir auf den Highway 1 treffen, stärken wir uns beim Flying Fish Grill, einer weiteren tollen Empfehlung des Lonely Planet-Führers. Die Chefin des Hauses hat vor langer Zeit zwei Jahre in Deutschland verbracht und gibt uns Insider-Tipps für die weitere Reise. Dann biegen wir ein auf die legendäre Küstenstraße Highway No. 1 und fahren gen Süden, in Richtung Los Angeles. Dort wollen wir in drei Tagen ankommen.

Die berühmte Strecke beginnt zunächst ernüchternd, es regnet. Ein Abstecher zum Ritz-Carlton, das sich direkt an der Steilküste in traumhafter Lage befindet, vermittelt dann aber den mondänen Charakter dieser Gegend. Nun kommen sie, wie die Perlen an der Kette aufgereiht: Ein State Beach nach dem anderen. Muss schön sein, da rauszufahren, bei schönem Wetter. Unser Ziel ist eine kostengünstige Nächtigungmöglichkeit. Wir wollen im Pigeon Point Lighthouse Hostel nächtigen, einer Art Jugendherberge im Leuchtturm. Entpuppt sich bei näherem Hinsehen aber als nicht empfehlenswert. Im Best Western Hotel in Santa Cruz werden wir schließlich fündig. Dort treffen wir erstmals auf spanische Spuren und nehmen die große Anzahl an homeless people wahr.

Highway No. 1

AtW 28: Im Yosemite National Park

Dienstag, den 6. Dezember 2005

Um 6:00 Uhr klingelt der Wecker. Es ist hier richtig winterlich kalt. Wir wollen den Sonnenaufgang in den Lower Yosemite Falls genießen und sehen, wie sich die ersten Sonnenstrahlen im Wasser widerspiegeln. Wir haben uns für einen photography walk angemeldet und lernen von Kathleen die Finessen der Naturfotografie kennen. Wie Tiefe im Bild durch das Spiel von Licht und Schatten entsteht und dass der Betrachter eines Fotos immer nur ein “flaches Rechteck” sieht. Prompt läuft uns auch eine Herde Rehe vor die Linsen. Ein gefundenes Fressen für unsere Gruppe, ca. fünfzehn Amateurfotografen.

Wir saugen noch die tolle Atmosphäre im Park auf und wenden einige Fotografiertipps bei den markanten Felsformationen Half Dome, El Capitan und Three Brothers an. Auf dem Weg hinaus aus dem Park statten wir dem noblen Ahwahnee Hotel einen Besuch ab. Hier trifft Art Deco auf ursprünglich indianisches Design, gewürzt mit Einflüssen aus dem Nahen Osten und dem Jugendstil. Im riesengroßen dining-room findet gerade eine Weinprobe statt. Wir lassen uns am Kamin Kaffee und Kuchen munden.

Nachdem wir den Yosemite National Park verlassen haben, fahren wir an großen Weideflächen mit Rindern vorbei und machen einen erneuten Zwischenstopp in Oakdale, wieder im house of beef. Aus Erfahrung in Bezug auf die Mengen ordern wir dieses Mal nur 1 Steak für 2, fahren dann weiter in Richtung Pazifikküste und nächtigen unterwegs am Kreuzungspunkt zweier Interstate-Highways.

AtW 27: Richtung Yosemite National Park

Montag, den 5. Dezember 2005

“Sollen wir, oder sollen wir nicht?” Da wir am Lake Tahoe vor kurzem schon einen Wintereinbruch miterlebt haben, sind wir nun unschlüssig, ob wir mit unserem Leihwagen den “Abstecher” in den Yosemite National Park auf dem Weg in Richtung Süden wagen sollen. Schließlich entscheiden wir uns in Anbetracht der Wetterprognose dafür, wollen dort aber nur für eine Nacht verweilen.

Allein die Fahrt dorthin lohnt den Umweg. Nach ganztägiger Fahrt und ausgezeichneter Einkehr im house of beef in Oakdale nähern wir uns über eine atemberaubende Strecke der Sierra Nevada. Angestrahlt im sanften Abendlicht erstreckt sich vor uns - entlang des gesamten Horizonts - ein faszinierende Gebirgslandschaft, so weit das Auge reicht. Diese Weite der Landschaft macht einen geradezu sprachlos und ein bisschen besinnlich.

 Abends, nach dem Einchecken in der Yosemite Lodge und müde vom anstrengenden Tag, beeindruckt uns der phänomenale, zum Greifen nahe Sternenhimmel. Der Slogan passt: “Awaken your spirit in Yosemite”.

AtW 26: Sacramento und die Goldgräber

Sonntag, den 4. Dezember 2005

Wir unternehmen einen Ausflug und verlassen Sacramento gen Nordost. Ziel sind die ehemaligen Goldgräberstädte. Den Auftakt macht die Stadt Auburn, die in Form eines überdimensionalen Goldwäscher-Denkmals dieser Zeit gedenkt. Weiter geht es zu einem riesigen Brückenbauwerk, welches sich über den American River spannt. Ein Schild untersagt das Springen von der Brücke, mitsamt der entsprechenden Rechtsgrundlage. Über Grass Valley geht es weiter in das entzückende Nevada City. Hier tragen sogar die Parkuhren (!) Weihnachtsschmuck, bizarr aber süß. Dieses nette, lebendige und irgendwie auch coole Städtchen sieht wirklich so aus, wie es in den Filmen über den Wilden Westen immer vermittelt wurde.

Zurück in Sacramento holen wir eine vegetarische Pizza, die hervorragend zubereitet wurde von einer hart arbeitenden osteuropäischen Einwanderer-Familie. Eine Zwei-Liter-Flasche Pepsi diet gibt es noch gratis dazu.