Archiv der Kategorie ‘Around the World (AtW)‘

AtW 81: Ankunft in Sydney

Samstag, den 28. Januar 2006

Mit der Fahrt durch die Blue Mountains beginnt der neue Tag. Ziemlich gerädert durch die unruhige Nacht, in der ich mehr gestanden habe als mich im Sitzen durchschütteln zu lassen, kommen wir eine gute Stunde später an als geplant. Um 11.30 Uhr. Wir waren also fünfund-zwanzigeinhalb Stunden unterwegs!

Strahlender Sonnenschein begrüßt uns in Sydney und das Taxi bringt uns “erschöpfte Krieger” gleich zum Harbour Rocks Hotel. Sehr empfehlenswert! Im ehemals heruntergekommenen und jetzt “angesagten” Stadtteil The Rocks, unweit Harbour Bridge, Opera und Hafen mit Circular Quay liegt dieses schöne “Boutique”-Hotel. Nach einer Stärkung und einem kleinen Mittagsschläfchen erkunden wir das nähere Umfeld.

In weniger als fünf Minuten sind wir am Hafen mit der wuseligen Fähranlegestelle Circular Quay. Tolle Atmosphäre. Wenige hundert Meter weiter stehen wir schon vor der Oper. Es ist Samstag-Nachmittag und es herrscht gelöste Stimmung. Wir genießen ein Bierchen in der Open-Air-Bar vor der Oper und sind sofort im Gespräch mit jungen, ganz in Weiß gekleideten Sydneysidern. Zahllos stehen oder sitzen die Gäste beieinander mit Blick auf Hafen, Harbour Bridge und Oper und freuen sich bei schönster Abendsonne und blauem Himmel auf den Sonnenuntergang.

Sydney - Opera

AtW 80: Adelaide - Indian Pacific Train gen…

Freitag, den 27. Januar 2006

Pünktlich um 8:37 Uhr holt uns der Sky-Shuttle-Bus am Hotel ab und bringt uns zum “Keswick Terminal”. Klingt großartig, ist aber nur ein Bahnhof mit zwei Gleisen, dagegen wirkt selbst der Bahnhof von Augsburg großstädtisch! Immerhin halten hier Züge, die mit Superlativen aufwarten können und bei Zugfans die Augen leuchten lassen: THE GHAN, INDIAN PACIFIC, THE OVERLAND.

Wir verzehren in der Caféteria noch ein kleines Frühstück und können die anderen Reisegäste beschnuppern, wobei man sich beim Gedanken ertappt “hat wohl nicht für einen Flug gereicht…” Um 10:00 Uhr besteigen wir den legendären Fernreisezug Indian Pacific, der Perth im Südwesten Australiens mit Sydney im Südosten über eine Gesamtstrecke von mehr als 4.300 Kilometern verbindet.

Die Fahrt über Nacht im verheißungsvollen Red Kangaroo daynighter entpuppt sich allerdings als Reinfall. Vergleichbar mit alten, durchgesessenen Eurocity-Sitzen werden wir durchgeschaukelt bis auf Mark und Bein. Die Assoziation mit einem Vieh-Transport wird durch üble Gerüche der Mitreisenden und deren Speisen (Ein Nachbar neben uns beißt immer wieder in eine Art Apfel, bis wir feststellen, es ist K-n-o-b-l-a-u-c-h…) noch verstärkt. Bequeme Ausweichmöglichkeiten wie der Aufenthaltswagen mit Flipper werden selbst für ein kurzes Nickerchen kategorisch untersagt - die wissen warum.

Touristenfalle also, oder doch kultiges Transportmittel, wie Christopher, unsere Zugbekanntschaft meint? Ob das im noch legendäreren THE GHAN - der Nord-Süd-Verbindung Australiens - ähnlich ist? Versöhnlich sind auf jeden Fall die tollen Eindrücke des Outback, das wir durchqueren. Eine große rote Dürre, das “Nichts”, das ist das Outback. Aber Sonnenunter- und aufgang vor so einem Hintergrund ist fantastisch.

Adelaide - Keswick Terminal

Über den Indian Pacific gibt es sogar einen Song.

AtW 79: Adelaide - Zum Strand von Glenelg

Donnerstag, den 26. Januar 2006

Heute ist es nicht nur heiß, darüber hinaus auch noch drückend schwül bei ca. 40 ° Celsius. Die Devise des Tages lautet: raus aus der Stadt, ans Meer! Wir nehmen die historische Tram, um in den direkt am Meer gelegenen Stadtteil Glenelg zu gelangen.

Leider sind wir heute nicht die einzigen, denn es ist Australia Day, Australiens offizieller Feiertag (vor über 200 Jahren kam das erste Schiff mit britischen Strafgefangenen in Sydney an). Sehr viele Australier sind an diesem Tag unterwegs und es herrscht buntes Treiben am Strand mit seinem besonderen Flair. Die Hauptattraktion ist der lange Bootsanleger Jetty, überall wird geplanscht, gebadet und natürlich gegrillt. Ohne BBQ scheint man in Australien nur ein halber Mensch zu sein.

Adelaide - Strand von Glenelg

Dieses Video vermittelt einen ganz netten Eindruck von Glenelg.

AtW 78: Adelaide - National Wine Centre

Mittwoch, den 25. Januar 2006

Nach feinem Frühstück bei morgens schon sehr heißen Temperaturen nehmen wir wieder einen kostenlosen Bus, diesmal die 99C - “Circle Line” - zum botanischen Garten. Dort in der Nähe suchen wir das National Wine Centre auf, welches erstaunlicherweise der Universität angegliedert ist.

Das moderne Gebäude schimmert durch die Bäume hindurch. Eine offene Konstruktion mit viel Farbe und innovativen Blechelementen sowie im Innern mit sehr viel Holz ausgestattet. Über eine umlaufende schiefe Ebene gelangt man ins Obergeschoss und befindet sich mitten in einer multimedialen und interaktiven Ausstellung. Am interessantesten sind die Ausführungen über den heimischen Modewein Syrah. Und unten wird in einer Art modernem Weinkeller die Verköstigung angeboten. Für eine Handvoll australischer Dollar probieren wir vier Weine und haben unseren Spaß dabei.

Adelaide - National Wine Center

AtW 77: Ankunft in Adelaide

Dienstag, den 24. Januar 2006

Bei schönstem Sonnenschein machen wir das Campmobil fertig zur Übergabe. Ein Versuch, übers Internet im schönen Hotel Richmond in Adelaide zu buchen, schlägt fehl. Dann wird es eben das Mercure Grosvenor für drei Übernachtungen. Das KEA-Büro befindet sich im südlichen Stadtteil, wir fahren quasi daran vorbei. Städtisches Fahren erfordert wieder ein Umgewöhnen. Aber dann ist die Abgabe geschafft und wir bekommen vom sehr freundlichen Service noch ein paar Tipps für Adelaide. Das Taxi bringt uns schließlich ins Hotel.

Mit dem kostenlosen Bus 99B - auch “Bee Line” genannt - fahren wir zum Central Market an der Victoria Square. Im dortigen organic shop fragen wir nach Essens-Tipps, die wir schließlich auch ausprobieren. Alles in der Gouger Street, hier werden wir auch abends nochmals fündig.

AtW 76: Entspannung am Moana Beach

Montag, den 23. Januar 2006

Nach zwölf Tagen im Campmobil und knapp 1.600 Kilometern unterwegs ist heute eine Verschnaufpause angesagt. Die Anlage hier ist so schön, dass wir gleich um eine Nacht verlängern. In der Zeitung lesen wir von Buschfeuern auf Kangaroo Island und sind froh, dass wir dorthin keinen Abstecher gemacht haben. Tiere in freier Wildbahn haben wir schließlich schon genug gesehen. Und momentan keine Lust auf “must see must do“. Statt dessen ein stundenlanger Strandspaziergang…

Moana Beach, bei Adelaide

AtW 75: Unterwegs in South Australia

Sonntag, den 22. Januar 2006

Morgens um 7:00 Uhr hat es immer noch 31 ° Celsius. Wir fahren nach Robe hinein, wollen aussteigen, bekommen aber kaum die Autotüre auf. Es ist extrem windig. Robe hat touristisch tatsächlich einiges zu bieten: Town Beach und Obelisk. Dann steht die nächste Etappe auf dem Programm: Kingston S.E.  Von uns auch “Lobster-town” genannt. Fisch, Lobster und Pick-up-Fahrzeuge mit fest installierter Angel auf der Ladefläche gehören hier zum ortsüblichen Bild. Der “Höhepunkt” ist eine Art improvisierter Markt, auf dem tote baby-Sharks zur Schau gestellt werden.

Zurück auf dem Princess Highway durchqueren wir den Corong National Park und werden von unzähligen Pelikanen auf unserer Strecke begleitet. Sehr schön, wie diese großen Vögel segeln und gleiten, immer mit einem “Grinsen” im Gesicht. Bei sehr heißen 40 ° Celsius ist das Auftauchen von grünen Hügeln eine wohltuende Abwechslung. Wir erreichen das Gebiet des Murray River, es ist nicht mehr weit bis zu unserem letzten Etappenziel mit dem Bus, Adelaide.

Bevor wir wieder in die Großstadt eintauchen, wollen wir es noch ein bißchen am Wasser ausklingen lassen. Da kommt uns der Moana Beach Camping Park, ca. eine Stunde südlich von Adelaide gerade recht. Eine sehr schön gelegene Anlage, und hier kann man endlich auch einmal ins Wasser hüpfen, bei Sonnenuntergang. Wie es sich für einen guten australischen Campingplatz gehört, hat er zwei überdachte BBQ-Anlagen im Freien…

Die längste Tagesetappe im Campmobil zwischen Melbourne und Adelaide mit 390 Kilometern ist geschafft, und damit fast so viel wie gestern und vorgestern zusammen.

Kingston S.E. - “lobster-town”

AtW 74: Princess Margret Rose Cave

Samstag, den 21. Januar 2006

Portland ist ein nettes Städtchen mit “viel” Geschichte, hier wurde der Staat Victoria gegründet. Im städtischen Park wimmelt es nur so von Papageien und Muschel-Skulpturen. Zusammenhang unklar. Die Piste ruft wieder. Die Great Ocean Road ist längst in eine “drittklassige” Straße übergegangen.

In Nelson, am westlichen Ende des Staates Victoria angekommen, informieren wir uns im Touristikbüro über die Princess Margret Rose Cave. Da die Hitze mittlerweile unerträglich geworden ist, beschließen wir einen Abstecher in diese Tropfsteinhöhle. Der Weg dorthin zum Lower Glenelg National Park führt über eine unbefestigte Kalkpiste, eine große Herausforderung für unser Campmobil.

Kalkpiste zur Tropfsteinhöhle

Für Abwechslung in diesem unwirtlichen Gelände sorgen rennende Emus, die unseren Weg kreuzen. Diese sind zwar von plumper Gestalt, sprinten aber wie Hürdenläufer durch die Gegend. Die eineinhalbstündige Führung in der Höhle bei sehr angenehmen 15 ° Celsius ist leider viel zu kurz.

Auf dem weiteren Weg überqueren wir mitten im “Nirgendwo” die Grenze zum Staate South Australia und müssen die Uhr um eine halbe Stunde zurück stellen. Nach einer Tagesetappe von immerhin 240 Kilometern finden wir in Robe gerade noch ein Plätzchen auf dem Campingplatz. Wie sich herausstellt, ist Robe das Urlauberparadies für die Süd-Australier!

AtW 73: Von Port Campbell nach Portland

Freitag, den 20. Januar 2006

Das Thermometer klettert weiter nach oben, es soll laut Vorhersage in Richtung 35 ° Celsius und mehr gehen. Wir verlassen den Camping-platz in Port Campbell und kommen schon am ersten scenic view vorbei: London Bridge, mittlerweile “nur” noch London Arch genannt, da der “Bridge-Teil” 1990 eingestürzt ist. Bei Warrnambool müssen wir den “Bauch” unseres KEA-Campers füllen, die Klimaanlage läuft auf Hochtouren. In der dortigen cheese-factory gibt es Pineapple-Milchshakes und Kräuterkäse, die richtige Erfrischung bei der Hitze. Am nächstgelegenen Strand kümmern wir uns um unseren eigenen Bauch: Agnellotti-Nudeln mit Ricotta-Spinat-Füllung und Tomatensauce. Fein.

Im schönen Port Fairy mit seinem kleinen, feinen Hafen nutzen wir die gute Infrastruktur und genießen in Rebecca’s Café einen schönen Cappuccino mit Rasburry-Kuchen. Kurz vor Portland, nach 170 Kliometern über die mehr oder weniger gut ausgebaute Küstenstraße erreichen wir den Henty Bay Beach Front Van & Cabin Park. Klingt überkandidelt, ist aber eine super Anlage und es ist vor allem kaum etwas los. Also richtig erholsam nach den letzten “Tourist-total-Tagen”!

Von Port Campbell bis Portland

AtW 72: Great Ocean Road - 12 Apostels

Donnerstag, den 19. Januar 2006

Blauer Himmel, schönster Sonnenschein und ca. 30 ° Celsius, was will man mehr, wenn die zweitgrößte Touristenattraktion Australiens auf dem Programm steht. Die kurvige Strecke führt entlang einer zerklüfteten Steilküste. Bald müssen sie kommen. Und dann entdecken wir auch schon die ersten zwei der Twelve Apostels. Wir gehen die glitschigen, steilen Felstreppen - die Gibson steps - hinunter zum Strand und kommen ganz nah ran an die Kolosse. Insgesamt acht bizarre, wellenumspülte, bis zu 60 Meter hote Felskegel aus Kalkstein stehen im Meer. Die Great Ocean Road findet hier ihren spektakulären Höhepunkt. 

12 Apostels - Great Ocean Road

Eine weitere Attraktivtität in unmittelbarer Nähe ist Loch Ard Gorge, eine tolle Felsformation mit einer Schlucht und dann sind wir schon in Port Campbell, der Campingstation des heutigen Tages. Abends fahren wir nochmals zu den 12 Aposteln und beobachten, wie der Sonnenuntergang die Felsen in der Brandung leuchten lässt.

Hier gibt’s auch noch ein nettes Video.