Archiv der Kategorie ‘Neuseeland‘

AtW 61: Christchurch am Avon River - last day

Sonntag, den 8. Januar 2006

Heute ist Ausspannen und sich treiben lassen in Christchurch angesagt. Wir überlegen uns eine Gondel-Fahrt auf dem Avon River mit Venedig-Flair. Rund um den Avon herrscht ein buntes Treiben mit vielen Promenier- und Einkehrmöglichkeiten. Im schon einmal besichtigten Arts & Crafts Centre ist heute Markt, es herrscht eine schöne Stimmung.

Auf der anderen Straßenseite lädt der sehr ansprechend gestaltete botanische Garten zu einer Erkundung ein. Wie in Wellington kostenlos und wie in Wellington auch hier eine sehr schöne Anlage. Diesen Tag in Christchurch und damit auch unseren Neueseeland-Aufenthalt lassen wir nochmals bei Annies ausklingen…

Reiseführer: Neuseeland, Stefan Loose Verlag, sehr umfangreich aber auch sehr klein geschrieben.

AtW 60: Whale Watching in Kaikoura

Samstag, den 7. Januar 2006

Um 7:00 Uhr besteigen wir in Christchurch den kleinen und vollen Atomic Überlandbus gen Kaikoura. Wir fahren an der Küste entlang nach Norden und kommen nach gut zwei Stunden in dem kleinen Küstenort an. Hier haben Maori das exklusive Recht zur touristischen Erschließung der Wal-Beobachtung.

Nach einem feinen organic Frühstück im tollen Hislops Café begeben wir uns zum check in für die Bootstour bei Whale Watch Kaikoura. Nach einem obligatorischen Video über die Sicherheitsmaßnahmen werden wir mit dem Bus zum Boot mit Namen “Paikea” gebracht.

“Dieser Wal schläft noch” erklärt uns die Führerin auf dem hochmodernen vessel mit Großbildleinwand und komfortablen Sitzen. Soeben hat Frau Käpt’n das Boot zum Stillstand gebracht und zwei Dutzend Touristen stürzen zur Reling. Das Sonar-Gerät wird ins Wasser gehalten, um die Spur des nächsten Pottwals aufzunehmen. Wieder müssen wir uns hinsetzen und in rasendem Tempo geht es weiter. Es herrscht Zeitdruck, da die Wale immer nur für ca. neunzig Sekunden auftauchen zum Luft holen. Da hinten sehen wir wieder eine kleine Fontäne.
Motor ausschalten, rausrennen, fotografieren, aber auch dieses Mal bleibt es dabei, dass wir das Tier nur faul im Wasser herumliegen sehen. Bei Wal Nummer drei haben wir mehr Glück.
“Look, look, look” kreischt die kleine Maori-Führerin. Und tatsächlich spannt sich der Rücken des Pottwals langsam wie ein Bogen nach oben, er beginnt mit der eleganten Abtauchbewegung. Die riesige, glänzende und tropfende Schwanzflosse steht kurzzeitig waagerecht über dem Wasser. Dann taucht der Wal mit einem platschenden Geräusch ab.

Kaikoura Whale Watching

AtW 59: Von Queenstown ins Funky Hotel nach Christchurch

Freitag, den 6. Januar 2006

In Queenstown am Flughafen bei der Rückgabe des Mietwagens macht der Bedienstete Schwierigkeiten wegen der Autopanne und will nur einen Teil zurückzahlen. Wir müssen unserem Anliegen mit lauten Worten Nachdruck verhelfen. “People in New Zealand are very helpful”!?
Jetzt hatten wir aber wirklich genügend Abenteuer während dieser kalten Tage am Rande der neuseeländischen Alpen und freuen uns auf unseren Flug an die Ostküste der Südinsel, dort sollen die Temperaturen angenehmer sein.

Sonniges, warmes Wetter erwartet uns tatsächlich im deutlich milderen Christchurch. Mit dem Super Shuttle fahren wir vom Flughafen zur Stadtmitte, vorbei an schönen Vorort-Häuschen mit viel Garten drum herum. Auffallend viele Bäume säumen die Straßen und machen einen einladenden Eindruck.

Wir stehen vor unserem funky hotel Off the Square und fühlen uns gleich richtig wohl in der Stadt. Ein Steinwurf weit entfernt befindet sich das Zentrum, ein großer Platz mit erhabener Kathedrale. Christchurch gilt heute als die “englischste” Stadt Neuseelands, was sich vor allem an der Architektur sehr gut nachvollziehen lässt. Neben der Kathedrale zählt auch das Arts and Crafts Centre als architektonisches Meisterwerk. Dieses ehemalige College verfügt heute über vielfältige kulturelle Angebote vom Kino bis zum Kunsthandwerk-Markt. In Annies Wine Bar & Restaurant, der schönsten location dort genießen wir abends ein feines Essen.

AtW 58: Queenstown Abenteuer und Glenorchy Lagoon

Donnerstag, den 5. Januar 2006

Die letzten beiden Nächte in Queenstown sind wir in einem B&B untergebracht, das nicht unbedingt empfehlenswert ist. Die These, dass man “immer ein Zimmer findet” hat halt einen Haken. So flüchten wir nach einem Frühstück mit Dauer-TV-Berieselung und einem Dauer-Steak-Bruzzler gleich auf unsere Lieblings-Strecke, gen Glenorchy mit dem Untertitel “Gateway to Paradise”.

Dort machen wir eine kleine Wanderung durch die wunderschöne Glenorchy Lagoon. Der Dart River Cruise mit seiner Safari-Tour ist bereits ausgebucht, also fahren wir wieder nach Queenstown zurück. Nach einer feinen Stärkung beim Thailänder “juckt” es meine Frau. Denn die Jetboote, die überall auf den Gewässern herumflitzen, nötigen einen geradezu, auch mitzufahren. Mit Schwimmweste und zwei Dutzend anderen Mutigen geht es eine Stunde lang auf rasante Fahrt. Beim Einlaufen lächelt die Truppe nicht mehr ganz so fröhlich wie beim Auslaufen fürs Foto. Die wissen, warum sie das Foto vorher machen. Fazit: “Jetboot-Fahren, Folter des 21. Jahrhunderts”.

Abends buchen wir per E-Mail das nächste Hotel in Christchurch und eine Whale-Watching-Tour in Kaikoura. 

Jetboat in Queenstown

AtW 57: Am einzigartigen Milford Sound

Mittwoch, den 4. Januar 2006

Laute Nachbarn beim Einschlafen in Te Anau veranlassen uns zu lauten Aufwachgeräuschen zum Wecker klingeln um 5:45 Uhr. Bei schönem Sonnenaufgang und feinem Frühstück in einer Bäckerei bekommen wir auf die Frage, ob das Wetter so bleibt die Antwort “possibly!?”. Nun denn.

Wir nehmen die Milford Road, welche extra für touristische Zwecke angelegt wurde. Die Fahrt führt durch unveränderte Gebirgsregionen, vorbei an zwei Seen, hinauf zum Homer Tunnel, die Berge tragen jetzt Schneekappen. Eine mit Regenwald bedeckte Schlucht führt hinunter zum Milford Sound.

Hier werden das ganze Jahr über massenhaft Touristen erwartet, es gibt die allerbeste Infrastruktur. Allein für die Herren stehen elf Pissoirs bereit. Zehn Boote liegen da und warten auf die Tagestouristen. Unser Schoner, die Milford Mariner, läuft gerade ein und entlässt die Gäste der Overnight-Tour, die wir eigentlich auch buchen wollten. Dann besteigen wir das Schiff und setzen uns auf das Holz-Deck. Die Tour führt direkt an steilen Bergwänden vorbei.

 Atmosphärisch ist man sehr stark an den Königssee erinnert, auch wenn der Trompeter fehlt, wiewohl weitaus größer und vor allem geht die Fahrt über dieses Fjord in Richtung offene See, zum tasmanischen Meer! Vorher hält das Schiff mitten auf einen Wasserfall zu und fährt mit der Spitze hinein. Die Leute klatschen, dass sie teilweise klatschnass sind. Die Fahrt ist very bumpy. Nach zweieinhalb Stunden ist dieser schöne Spuk auch schon wieder vorbei.

Milford Sound 

Einen sehr schönen Eindruck des Milford Sound vermittelt dieses fünfminütige Video.

AtW 56: Queenstown - Te Anau

Dienstag, den 3. Januar 2006

Wenn wir schon hier auf der Südinsel Neuseelands sind, dann gehört ein Abstecher zum weltbekannten Milford Sound dazu. Leider sind alle Overnight-bookings für die nächsten Tage ausgebucht. Daher entschließen wir uns für einen day trip am Folgetag. Also packen und mit dem Auto gen Te Anau fahren, liegt ca. zweieinhalb Stunden südlich von Queenstown.

Die Straße schlängelt sich entlang des landschaftlich wunderschönen Lake Wakatipu gen Südwesten, entlang den Flanken der hier steil abfallenden neuseeländischen Alpen. Immer wieder regnet es und es gibt Schafe ohne Ende auf den schier endlosen Weideflächen. Außerdem ist es recht kühl. Wir erreichen den nächsten See, den Lake Te Anau. Im gleichnamigen Ort wollen wir eine kleine Rast einlegen.

Ich stelle das Auto ab, beim Aussteigen vernehme ich ein pfeifendes Geräusch. Binnen kurzer Zeit ist die Luft aus dem rechten Vorderrad entwichen. Zum Glück befindet sich in der Nähe eine Tankstelle und der Chef nimmt sich unser an, auch wenn er heute wegen der Ferien eigentlich gar nicht ansprechbar ist, eigentlich. “People in New Zealand are very helpful!” Ja, darauf kann man sich verlassen.

So können wir unser feines Essen im “Olive Tree” besser genießen, machen unfreiwillig einen Aufenthalt in Te Anau im “Hotel Luxmore” und schauen uns noch ein bisschen die Umgebung an.

AtW 55: Südinsel Neuseelands - Queenstown

Montag, den 2. Januar 2006

Zum Abschied macht Wellington seinem Namen nochmals alle Ehre - windy Wellington.

Wir landen in Queenstown, dem Zentrum des Abenteuertourismus auf der Südinsel. Gäste in Auckland haben uns den Ort unbedingt ans Herz gelget, so disponierten wir um. Eigentlich wollten wir mit dem Zug gemütlich entlang der Küste fahren.
Bei strömendem Regen steuern wir mit unserem vollen Gepäckwagen den Parkplatz für Mietwagen an. Wir suchen einen blauen Cormandel, der sich ganz hinten versteckt hat. Nun beginnt das erste Linksfahr-Abenteuer. Irgendjemand hatte mir eingetrichtert, das mit dem Linksverkehr sei ganz einfach, wenn man eine Regel beachte: Als Fahrer immer an der Fahrbahnmittelmarkierung orientieren, die müsse immer rechts von einem sein. Und beim Blinken erwischt man halt zunächst einmal den Scheibenwischer…

Queenstown macht beim ersten Durchfahren einen abschreckenden Eindruck. Ein kleiner Ort, der den Touristenströmen kaum gewachsen scheint. Wir fahren weiter nach Glenorchy, eine wunderschöne Strecke entlang des Lake Wakatipu. Leider ist dort das einzige B&B ausgebucht. Im Department of Conservation gibt es keine Infos über den Milford Sound, den wir uns gerne anschauen wollen. Die Wettervorhersage lautet allerdings: Regen - Regen -Regen.

In Queenstown sind wir dann doch fündig geworden. Das Novotol hat eine special rate und die ist ganz günstig.

AtW 54: Wellington - botanic garden

Sonntag, den 1. Januar 2006

Happy New Year! Kurz nach 12:00 Uhr mittags können wir in Deutschland alles Gute für das soeben begonnene neue Jahr wünschen.

Die Cable Car-Bahn kämpt sich hinauf zum Botanischen Garten, von dessen Aussichtspunkt man einen wunderbaren Blick über die Stadt genießen kann. Wir folgen den Windungen des Weges in diesem kostenlosen Park rund um einen Hügel, kommen an vielen schönen Blumenbeeten vorbei und landen in einem Rosengarten, wir wir ihn beide noch nicht gesehen haben. Der Lady Norwood Rose Garden ist etwas ganz besonderes! Die Einheimischen lieben es auch, sich hier inmitten der üppigen Pracht fotografieren zu lassen.

Zum Abschluss des Tages schauen wir uns im Fernsehen den Film Whale Rider an, eine tolle Maori-Geschichte, die wir jetzt ganz anders einordnen können. Und einige Maori-Ausdrücke sind uns auch schon vertraut.

Cable Car zum Botanischen Garten in Wellington

AtW 53: Wellington - Wein in Martinborough

Samstag, den 31. Dezember 2005

Silvester in Neuseeland. Am Bahnhof in Wellington genießen wir ein schnelles Frühstück und dann geht es mit dem Zug ins Landesinnere gen Nordosten, nach Feahtherston.

“To Martinborough?” fragt uns ein älterer Herr mit wildem Rauschebart. Er steuert den Shuttle-Bus, den wir geordert haben, um in das kleine aufstrebende Weinanbaugebiet Wairarapa zu gelangen. Wir erfahren, dass diese Gegend hier ideal für den Weinanbau ist und so schön, dass unser Fahrer vor zwanzig Jahren aus dem engen Amstermdam in dieses weite Land auswanderte.

Wir erkunden den kleinen Ort zu Fuß, laufen einmal im Karree, kommen an vielen Agapanthus-Hainen vorbei und erreichen auch schon das Weingut Margrain Vineyard. Wir sitzen im Garten im Halbschatten, neben uns tafelt eine Familie unter Sonnenschirmen. Der Blick streift über Weinberge und eine sanfte Hügellandschaft hinweg, die in einen blauen Himmel übergeht. Welch sommerlich-friedlicher und entspannter Anblick, und das an einem Silvester-Tag!

Kurz vor der nächsten Kreuzung taucht rechts Schubert auf. Das etwas kleinere Anwesen treibt der aus Waiblingen stammende Winzer gleichen Namens um. Wir probieren Flasche um Flasche und sind insbesondere von seinem “Mercedes”, für den er schon etliche Preise eingeheimst hat, angetan. Der Pinot Noir.

Zurück in Wellington, am Hafen, zur Begrüßung des Neuen Jahres. Wir können an unserem Sekt gerade einmal nippen, dann werden wir von Uniformierten darauf hingewiesen, dass Alkohol in der Öffentlichkeit verboten sei…

AtW 52: Wellington

Freitag, den 30. Dezember 2005

Frisch gepresster O-Saft, gerade so am Weg, das macht Spaß. Könnte es bei uns in Deutschland auch geben! Das Shed 5 hat es uns gestern so angetan, dass wir heute zum Lunch dort vorbei schauen. Und welch Genuss!

Wir organisieren eine Fahrt für den morgigen Tag ins Umland, eine aufstrebende Weingegend. Nicht als geführte Tour, auch wenn man dort angeblich sonst nicht hinkommt. Wir lösen das Zugticket und wollen uns dann von einem Shuttle abholen lassen. Mal schauen ob das klappt…

Auf dem Heimweg treffen wir beim “Ministry of Pizza” auf Deutsche, die schon zwanzig Jahre in Neuseeland leben. Sie stammen aus dem Ruhrgebiet und deren Hauptmotivation für die Ausreise war, dass sie “nie mehr schwitzen wollten”. Tatsächlich.