Archiv der Kategorie ‘Tokyo‘

AtW 101: Last day of the big trip

Freitag, den 17. Februar 2006

Tokyo-Narita, der einhundertunderste und somit letzte Tag unserer großen Reise ist angebrochen. Die Lufthansa-Maschine mit dem stilisierten Fußball auf der Schnauze steht bereit. Die Fußball-WM lässt grüßen. Japan, das exotischste und letzten Endes interessanteste Land unserer Reise kommt uns auch irgendwie vertraut vor. Sauberkeit, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit sind sofort spürbar. Eine lange Geschichte und viel Kultur, das prägt sowohl die deutsche als auch die japanische Gesellschaft.

Tokyo-Narita: Ready for boarding

Unser zwölfter und zweitlängster Langstreckenflug mit knapp zwölf Stunden Flugzeit beginnt. Nach zehn Flügen mit anderen Gesellschaften der Star Alliance nun also wieder die deutsche Linie. Und wir kommen nicht umhin, den Unterschied zwischen freundlicher Dienstleistung und Arbeit verrichtendem Personal in der Luft festzustellen. Wir müssen nach jedem kleinen Becher Wasser fragen, auf vorigen Flügen haben wir das anders erlebt. Während knapp der Hälfte der Flugzeit liegt ausschließlich Eiswüste unter uns.

Nach dreieinhalb Monaten in fremden Ländern, fremden Städten und fremden Betten freuen wir uns nun wieder auf die Heimat und darauf, mal selber wieder etwas kochen zu können. Im nasskalten Frankfurt werden wir von einer Empfangsdelegation überrascht und herzlich willkommen geheißen. Stilecht mit Blumenkränzen “à la Südsee”. Die letzte Etappe ist noch eine dreistündige Zugfahrt, bei der ich in der letzten halben Stunde im Stehen einschlafe.

Frankfurt, Flughafen: 17.02.06

Reiseführer Japan: “Japan” von Lonely Planet

AtW 100: Tokyo - Asakusa und Senso-ji-Tempel

Donnerstag, den 16. Februar 2006

Am letzten Tag fahren wir mit der U-Bahn in den nördlichen Stadtteil Asakusa. Unser Ziel ist der älteste und bekannteste Tempel Tokyos, der Senso-ji. Der Tempeleingang allein ist schon recht beeindruckend, in der Mitte des imposanten Tores befindet sich eine riesige, farbig bemalte Papierlaterne. Ein geradezu ideales Fotomotiv für die unzähligen Touristen. Direkt dahinter schließt sich die legendäre Einkaufsstraße Nakamise an, in kleinen Verfkaufsständen werden allerhand Souvenirs feilgeboten. Bei dieser letzten Chance, einen Original-Yukata zu erstehen, schlagen wir gleich doppelt zu. Vor dem Haupttempel befindet sich ein weiteres Tor, Hozo-mon, an dem eine übergroße Strohsandale hängt.

Tokyo: Asakusa, Senso-ji-Tempel, vor dem Hozo-mon Tor

[Hier ein nettes Video über den Senso-ji]

Wir haben Hunger und wollen einer Empfehlung des Lonely Planet folgen. Nach einigem Suchen sind wir letztendlich fündig geworden und hellauf begeistert. Das Restaurant Daikokuya ist bekannt für Tempura, eine japanische Zubereitungsvariante frittierter Speisen. Mit einem Teigmantel aus Weizenmehl, Ei und Wasser versehen, werden diverse Fleisch-, Fisch-, Pilz- und Gemüsesorten sowie Sprösslingen und junge Blätter in heißem Öl schnell ausgebacken. Tempura ist ganz im Gegensatz zu den sonstigen Gebräuchen der japanischen Küche sehr fetthaltig. Wir entscheiden uns für die Variante Tendon, als Beilage zu Reis.

Abends gehen wir zum Ausklang noch einmal ins New Torigin, wo es uns schon am ersten Abend gut gefallen hat. Wir essen Yakitori und trinken hinterher noch einen Sake. Und noch einen Sake. Und noch einen Sake.

AtW 99: Tokyo - Ausflug nach Kamakura zum Großen Buddha

Mittwoch, den 15. Februar 2006

Wir fahren mit der Bahn ca. eine Stunde von Tokyo gen Süden nach Kamakura ans Meer. Das Klima ist hier immer etwas milder als in Tokyo und gerade heute haben wir Glück. Die Sonne scheint, es ist etwa 18 ° C warm und wir leihen uns für unser Vorhaben Fahrräder. Erste Station ist der Tempel mit dem Großen Buddha Daibutsu.  Da steht er also vor uns als knapp dreizehn Meter hohe Bronzefigur:

Kamakura: Der Große Buddha Daibutsu

Die anmutige Darstellung der monumentalen Statue wirkt außerordentlich toll. Der  Buddha in sitzender Meditationshaltung strahlt eine große Ruhe aus. Trotz der Hektik, die um ihn herum stattfindet. Schulklassen mit farbigen Käppis und Touristengruppen jeglichen Alters umlagern das Areal und zünden Weihrauchkerzen an. Nichtsdestotrotz herrscht eine gewisse andächtige Stimmung.

Mit dem Rad geht es weiter zur nächsten Station, dem abwechslungsreichen Hase-dera-Tempel, der sich an einen Hang anschmiegt. In der großzügigen Gartenanlage kommen die ersten Knospen der beginnenden Kirschblüte zum Vorschein. Von der Terrasse aus hat man einen wunderbaren Blick über die Sagami-Bucht und den Strand, der ein beliebtes Ausflugsziel der Hauptstädter ist. Ein Höhlengang, in dem man sich nicht aufrecht vorwärts bewegen kann, lehrt Demut auf physikalische Weise. Über einen nicht gerade berauschenden Strand geht es zurück zum Bahnhof zur Fahrradabgabe und dann wieder mit der Bahn nach Tokyo.

Abends suchen wir ein Yakitori-Restaurant auf. Wir essen das traditionelle Yakitori, das ausschließlich aus Hühnchenteilen besteht. Dazu gibt es hauchdünn geschnittene Tomatenscheiben und extrem fein gehackte Zwiebeln.

AtW 98: Tokyo - Tsukiji und Kabuki

Dienstag, den 14. Februar 2006

Achtung! Beinahe hätte uns einer der zahlreichen Dieselmotorwagen an diesem kalten Morgen über den Haufen gefahren. Wir befinden uns auf dem weltweit größten Fischmarkt Tsukiji und die wuselnde Hektik hier ist kaum zu überbieten. Wir sind zwar zeitig aufgestanden, aber die Hauptattraktion, die Thunfischauktion, ist schon vorbei. Mir ist’s recht, die Atmosphäre ist alles andere als entspannt.

Tokyo: Tsukiji-Fischmarkt

Nach dem Aufwärmen mit Tee und heißer Dusche im Hotel ziehen wir weiter in Richtung Ginza. Einem weiteren Essens-Tipp unserers Reiseführers folgend, landen wir in der ersten Etage, quasi im Wohnzimmer des Küchenchefs. Wie er uns in bruchstückhaftem Englisch sehr engagiert und überzeugt mitteilt, gibt es nur eine, wohl aber gut schmeckende Hauptmahlzeit. Wir lassen uns überraschen und erhalten eine sehr leckere, üppige Tomatensuppe mit Udon - Bandnudeln aus Weizenmehl - mit Frühlingszwiebeln sowie eine Schale Reis und ein Schälchen mit Eingelegtem.

Zum Abschluss des Tages steht der Besuch eines “Vorhangs” im traditionellen Kabuki-Theater auf dem Programm. Ein Kabuki besteht im Wesentlichen aus Gesang, Pantomime und Tanz. Es ist möglich, sich nur einzelne Teile der mehrstündigen Stücke anzusehen, eben einen Vorhang, genannt Ma. Genau dies tun wir, sitzen ganz oben auf dem Balkon und bekommen einen Eindruck, ohne viel zu verstehen. Auf mich wirkt das Kabuki wie eine Art traditionelles, japanisches Ohnsorg-Theater.

AtW 97: Tokyo - Fischplatte

Montag, den 13. Februar 2006

Einmal rund um die Megalopolis Tokyo, mit der Stadtbahn-Linie Yamamoto ist dies binnen einer Stunde möglich. Beim Blick aus dem Fenster sieht man nach beiden Seiten nur drei Dinge: Häuser, Häuser, Häuser.

Wieder zurück, lassen wir uns durch Ginza treiben. Abends sind wir mit einem Bekannten in der Hotel-Lobby verabredet. Wir gehen ins lebendige Viertel hinter dem nahe gelegenen Bahnhof, an sehr gut besuchten Spielhöllen vorbei. Dort wird Pachinko gespielt, ein japanisches Glücksspiel.

In das Restaurant im ersten Stock wären wir nie alleine gegangen, da es weder Speisen aus Kunststoff im Schaufenster gibt, noch eine Speisekarte in lateinischer Schrift. Viele rauchende Business-Men, dafür aber wenige “Business-Women” kommen direkt nach der Arbeit hierher. Wir bestellen eine Platte voller unterschiedlicher Fischsorten. Kalt, roh und in kleine Teile geschnitten, dazu Salat. Ein gewöhnungsbedürftiges aber wohlschmeckendes Gaumen-Abenteuer. Hinterher erstehen wir im Laden eine Flasche Sake und das “Absacker -Bierchen” gibt es im Pub gegenüber.

Tokyo: Fischplatte

AtW 96: Von Kyo-to nach to-Kyo

Sonntag, den 12. Februar 2006

Früh am Morgen erfolgt die Abfertigung an der Busstation hinter dem Bahnhof von Kyoto  in Windeseile. Innerhalb weniger Minuten ist ein Reisebus voller Leute mitsamt Gepäck verstaut. Möglich machen das drei Beschäftigte in Uniform, die sich die Arbeit geschickt aufteilen. Mit einer ehrerbietenden Verbeugung verabschieden sie den Bus und wünschen den Gästen eine gute Reise. Auf nach Osaka-Itami und von dort nach Tokyo-Haneda, zum Inlandsflughafen der “neuen” japanischen Hauptstadt.

 Kyoto: Airport-Shuttle 1    Kyoto: Airport-Shuttle 2    Kyoto: Airport-Shuttle 3

Der Flug von Osaka nach Tokyo dauert ca. eine Stunde. Die Anreise zum feinen Hotel Royal Park Shiodome Tower, das unser Bekannter für uns reserviert hat, ist etwas umständlich. Zum Abschluss unserer Weltreise gönnen wir uns noch ein bisschen Luxus. Nun erkunden wir das unmittelbare Umfeld des Hotels auf dem Weg in den pulsierenden Stadtteil Ginza.

Es ist ein kalter, windiger Sonntagnachmittag und im Einkaufszentrum nebenan gibt es das erste Grüntee-Eis. Schmeckt interessant aber gewöhnungsbedürftig. Um uns herum gläserne Wolkenkratzer, die Straße befindet sich eine Etage höher und darüber, auf Stelzen, noch die Stadtbahn. Und nahebei auch noch ein Fernbahnhof. Das wuselige Treiben ist am heutigen Sonntag überschaubar, lässt aber erahnen, was wochentags los ist.
Die Ginza erreichen wir nach wenigen Winkelzügen und sind abermals beeindruckt. Schönste und teuerste Geschäfte wechseln sich ab mit schlichten und einfachen Läden, vor allem in den Nebenstrassen. Mit der einsetzenden Dämmerung erinnern die Werbebanderolen an der hiesigen Haupt-Kreuzung sehr stark an den Times Square in New York.

 Tokyo: Stadtteil Ginza

Wir sind auf der Suche nach einem Essenstipp aus dem Lonely Planet Führer. Das stellt sich als ziemlich schwierig heraus. Ganz grob müssten wir richtig sein, wir fragen eine Passantin, die gerade ihr Fahrrad abschließt. Sie kennt das gesuchte Restaurant nicht, ruft aber kurzerhand dort an und lässt sich den Weg erklären. Daraufhin führt sie uns die Straße hinunter, biegt mit uns in ein dunkles Gässchen ein und plötzlich stehen wir vor dem New Torigin! Wir lassen uns gutes Essen in uriger Atmosphäre schmecken: Miso-Suppe, Reistopf Kamameshi und zum Abschluss unseren ersten heißen Reiswein Sake. Lecker und wie es sich für einen Tipp aus dem Lonely Planet gehört, günstig.