AtW 95: Kyoto - Meeting with the Abbot
Samstag, den 11. Februar 2006Der letzte Tag in Kyoto wird nochmals ein außergewöhnlicher. Wir entscheiden uns gegen eine Fahrt ins benachbarte und ebenso interessante Nara. Statt dessen nehmen wir diesmal den Bus in den Nordwesten der Stadt.
Schon sehen wir den Wegweiser zum Daitoku-ji-Tempel. Dort steuern wir den Sub-Tempel Daisen-In wegen dessen Zen-Garten an. Die vier angelegten Steingärten sind sehr interessant, Fotos sind hier leider nicht erlaubt. Nach unserem ersten Rundgang bezieht uns ein schwedischer Aushilfsführer in seine Privatführung mit ein. Er erklärt uns den Sinn der Steinanordnung und dass die Gärten zweimal täglich gerecht werden. Dann zeigt er uns die Lieblingskalligraphie des Abtes, die sinngemäß darstellt, dass man selber prinzipiell sehr klein sei und der andere groß. Der Abt sei auch gerade da und würde sich immer freuen, wenn er von Deutschen angesprochen würde, er könne viele Sprachen. Wir machen dies tatsächlich, da er ein sehr offenes Wesen und ein freundliches Strahlen hat. Er spricht ein paar Brocken deutsch, also frage ich ihn: “Darf ich ein Foto von Ihnen machen?” Er akzeptiert, aber nur unter der Voraussetzung, dass auch meine Frau mit auf dem Bild ist. Zum Abschluss wohnen wir noch einer traditionellen Tee-Zeremonie in ruhiger Atmosphäre bei.

Der Bus bringt uns ein paar Stationen weiter zum bekanntesten Tempel Kyotos, Kinkaku-ji, oder auch Goldener Tempel genannt. Die obersten Etagen des Tempel-Pavillons sind mit Blattgold überzogen und sorgen deshalb für eine hohe Anziehungskraft. Insbesondere bei sonnigem Wetter, so wie heute. Der Andrang überwiegend japanischer Touristen ist sehr groß, so dass wir uns zum japanischen “Click-Tourismus” in Reinform entschließen: Reingehen, fotografieren und gegen den Strom wieder rausgehen. Das kann man ruhig einmal machen. Schließlich wartet noch eine weitere Attraktion auf uns, die bald schließen wird.
Im Eilschritt hasten wir - mit anderen zusammen - zum Ryoan-ji-Tempel. Den dortigen, wohl berühmtesten Zen-Garten Japans hätten wir beinahe verpasst, da er sich hinter dem Hauptgebäude befindet. Die Fläche des Zen-Gartens besteht aus fein gerechtem Kies mit fünfzehn scheinbar zufällig platzierten Steinen in fünf bemoosten Gruppen. Aus keinem Blickwinkel sind alle Steine sichtbar. Schade, dass die umgebende Mauer mit charakteristischem Muster derzeit restauriert und somit von einer Folie verdeckt wird. Darauf wird der Besucher am Eingang schon hingewiesen und kann sich überlegen, das Eintrittsgeld auszugeben. Wir bereuen es nicht und machen beim Hinausgehen als letzte die Tür zu.
Zum Abschluss des Kyoto-Aufenthaltes ein nettes Foto-Video über “108 Tempel in Japan”:
Und noch ein Promotion-Video von Japan-Guide: Kyoto - Beyond Gion