AtW 90: Transfer to Kyoto
Nach dem Aufstehen geht es heute zum letzten Mal ins Onsen unseres traumhaften Ryokan Okunoyu in Kurokawa auf Kyushu. Vor der Abfahrt mit dem Bus verweilen wir noch kurz im hauseigenen Souvenirshop und erstehen kleine Eulen als ideales Mitbringsel (klein, leicht, süß und typical). Das Wetter macht uns den Abschied leicht, es ist nass-kalt und windig. Auf der bergigen Fahrt nach Yufuin gelangen wir sogar in leichtes Schneetreiben. Nach eineinhalb Stunden Busfahrt erreichen wir Yufuin, an einem zugigen Busbahnhof ist Endstation. Das vermeintliche Café auf der anderen Straßenseite entpuppt sich als Spielhölle… Ein anderer Busfahrer erbarmt sich und bringt uns zur Station des Oita-Airport-Shuttle.
Wir haben noch etwas Zeit, gönnen uns ein Süppchen und erkunden Yufuin, ein nettes überschaubares Städtchen mit einer Art Fußgängerzone (s. Video am Ende des letzten Beitrags, AtW 89). Der Airport-Shuttle bringt uns dann zum Flughafen Oita, im Nordosten von Kyushu. Dort ist noch genügend Zeit fürs Internet und wir kommen ins Gespräch mit japanischen Business-Men aus der Stahlbranche. Die können nicht fassen, was wir machen - “around the world”?! Der Flug nach Osaka-Itami dauert keine Stunde mit einer fast leeren Maschine. Auch von dort brauchen wir keinen Zug zu nehmen, sondern können wieder einen bestens organisierten Airport-Shuttle zu unserem Ziel, Kyoto nehmen.
Der ultramoderne, riesige Bahnhof von Kyoto aus dem Jahre 1997 hat überwältigende Ausmaße, den wir einmal durchqueren müssen, um zum städtischen Busbahnhof zu gelangen. Die Orientierung ist nicht einfach, klappt dann aber irgendwie. Im Bus kommen wir mit einem uns anlachenden Japaner ins Gespräch - er hat vor zehn Jahren in Göttingen studiert. Er weist uns auf die Haltestelle hin, um zu unserem Ryokan zu gelangen. Dieses liegt etwas versteckt in einer Seitenstraße und scheint auch nicht viel frequentiert zu sein. Über die enge Treppe landen wir im zweiten Stock in einem Zimmer, das total ausgekühlt ist, es war wohl schon lange nicht mehr bewohnt. Dass wir in diesem - zum Glück nur für zwei Tage im Voraus gebuchten - “Eisschrank” nicht verlängern werden, versteht sich von selbst.