Monatsarchiv für Dezember 2005

AtW 53: Wellington - Wein in Martinborough

Samstag, den 31. Dezember 2005

Silvester in Neuseeland. Am Bahnhof in Wellington genießen wir ein schnelles Frühstück und dann geht es mit dem Zug ins Landesinnere gen Nordosten, nach Feahtherston.

“To Martinborough?” fragt uns ein älterer Herr mit wildem Rauschebart. Er steuert den Shuttle-Bus, den wir geordert haben, um in das kleine aufstrebende Weinanbaugebiet Wairarapa zu gelangen. Wir erfahren, dass diese Gegend hier ideal für den Weinanbau ist und so schön, dass unser Fahrer vor zwanzig Jahren aus dem engen Amstermdam in dieses weite Land auswanderte.

Wir erkunden den kleinen Ort zu Fuß, laufen einmal im Karree, kommen an vielen Agapanthus-Hainen vorbei und erreichen auch schon das Weingut Margrain Vineyard. Wir sitzen im Garten im Halbschatten, neben uns tafelt eine Familie unter Sonnenschirmen. Der Blick streift über Weinberge und eine sanfte Hügellandschaft hinweg, die in einen blauen Himmel übergeht. Welch sommerlich-friedlicher und entspannter Anblick, und das an einem Silvester-Tag!

Kurz vor der nächsten Kreuzung taucht rechts Schubert auf. Das etwas kleinere Anwesen treibt der aus Waiblingen stammende Winzer gleichen Namens um. Wir probieren Flasche um Flasche und sind insbesondere von seinem “Mercedes”, für den er schon etliche Preise eingeheimst hat, angetan. Der Pinot Noir.

Zurück in Wellington, am Hafen, zur Begrüßung des Neuen Jahres. Wir können an unserem Sekt gerade einmal nippen, dann werden wir von Uniformierten darauf hingewiesen, dass Alkohol in der Öffentlichkeit verboten sei…

AtW 52: Wellington

Freitag, den 30. Dezember 2005

Frisch gepresster O-Saft, gerade so am Weg, das macht Spaß. Könnte es bei uns in Deutschland auch geben! Das Shed 5 hat es uns gestern so angetan, dass wir heute zum Lunch dort vorbei schauen. Und welch Genuss!

Wir organisieren eine Fahrt für den morgigen Tag ins Umland, eine aufstrebende Weingegend. Nicht als geführte Tour, auch wenn man dort angeblich sonst nicht hinkommt. Wir lösen das Zugticket und wollen uns dann von einem Shuttle abholen lassen. Mal schauen ob das klappt…

Auf dem Heimweg treffen wir beim “Ministry of Pizza” auf Deutsche, die schon zwanzig Jahre in Neuseeland leben. Sie stammen aus dem Ruhrgebiet und deren Hauptmotivation für die Ausreise war, dass sie “nie mehr schwitzen wollten”. Tatsächlich.

AtW 51: Von RotoVegas nach Windy Wellington

Donnerstag, den 29. Dezember 2005

Halbzeit der Reise. Den Pausentee nehmen wir im Flieger nach Wellington ein. Mit einer kleinen, 33-Sitzer-Propeller-Maschine fliegen wir über “Klein-Europa” hinweg. Beeindruckende Seen- und Gebirgsformationen unter uns. Nach gut einer Stunde erreichen wir die Hauptstadt Neuseelands. Beim wackligen Landeanflug wird die Stadt ihrem Spitznamen gerecht, windy Wellington.

Infos im Civic Center, Lunch im Matterhorn, Museum im Te Papa und Eiskaffee im Shed 5, direkt am Hafen. Lebendiges, cooles Städtchen das!

AtW 50: Rotorua - Pohutu-Geysir

Mittwoch, den 28. Dezember 2005

Im Büro von Air New Zealand haben wir die weitere Reiseroute klar gemacht. Die nächsten Stationen werden Wellington, Queenstown und Christchurch sein. Unterwegs treffen wir Peter & Erika, die wir im Fafa Island Resort kennen gelernt haben. Sie erzählen von dem tollen Weihnachtsessen, das es dort gab. Tja…

Das nächste Maori-Dorf Te Puia verfügt über den spektakulären Pohutu-Geysir. Dieses Dorf wirkt etwas touristischer als das gestrige Whakarewarewa, obwohl nebeneinander liegend und ursprünglich zusammen gehörend. Hier dominiert der kommerzielle Gedanke spürbar stärker. Ausdruck dessen ist die kleine Eisenbahn, die über die Anlage führt. Aber wer kann schon einen 30 m hohen Geysir sein eigen nennen?! Im Kiwi-House kann man den den “National”-Vogel nur erahnen, es ist stockfinster, dem Vogel zu liebe.

Im Bath House, einem interessanten alten Badehaus aus der Zeit der vorletzten Jahrhundertwende, ist heute ein kunstgeschichtliches Museum untergebracht. Nach kurzer Entspannung im Polynesian Spa fällt eine Erkundungstour der umliegenden “hot spots” zum nächtlichen Baden buchstäblich ins Wasser, es regnet kübelweise.

Whakarewarewa - Pohutu Geysir

AtW 49: Rotorua - Whakarewarewa - Lakes & Spa

Dienstag, den 27. Dezember 2005

Wir besuchen Whakarewarewa, ein Maori-Dorf, durch das tagsüber Touristen geführt werden und in dem ansonsten “normales” Maori-Leben stattfindet. Es ist ziemlich authentisch und interessant, die Führer selber sind Maori. Sehr beeindruckend. Zum Abschluss gibt es eine traditionelle Tanzaufführung, bei der man auch in keinster Weise das Gefühl hat, in Hollywood zu sein. Im Gegenteil, man wird hinter die Kulissen des realen Maori-Lebens geführt.

Nachmittags eine Seen-Safari rund um Rotorua: Lake Okareka, in dessen eiskaltem Wasser wir kurz baden, dann weiter zum blue lake, auf dem es sehr viele sportliche Aktivitäten gibt und zum green lake, der hingegen gänzlich unberührt ist. Und über eine außergewöhnliche Magie verfügt, da er komplett umrandet ist mit wunderschönen Baum-Farnen (Koru). Am Lake Tarawera herrscht wieder eher das Flair eines beliebten Ausflugszieles.

Abends gönnen wir uns Entspannung im Polynesian Spa, das sich idealerweise nahe unserem B&B befindet. Großes Thermalbad mit Schwefelwasser und unterschiedlich temperierten Außenbecken in vier Bereichen, 36 ° - 38° - 40° und sogar 42°.

Maori Tanzaufführung in Whakarewarewa

AtW 48: Von Auckland nach “RotoVegas”

Montag, den 26. Dezember 2005

Morgens nehmen wir in Auckland den Überlandbus von Guthreys ins Landesinnere gen Südosten. Unser Ziel ist Rotorua, auch “RotoVegas” genannt, da es als Las Vegas der Ureinwohner Neuseelands gilt. Nach dreieinhalbstündiger Fahrt kommen wir mittags an und werden direkt am beinahe größten Gebäude der Stadt, dem Visitor Information Center abgeladen. Gleich sind zwei Nächte im fußläufig entfernten B&B Eaton Hall gebucht.

Der erste Besuch geht zur Urstätte der Maori, Ohinemutu. Die ganz aus Holz bestehende Kirche dirket am Wasser hat im hinteren Bereich eine Glasfront mit direktem Blick auf den Lake Rotorua. Der Versammlungsort gegenüber der Kirche ist ein Meisterwerk der für die Maori typischen Holz-Schnitzkunst. Im ochsenblutroten Holz sind Gesichter und Figuren aller Art erkennbar, verziert mit funkelnden Perlmutt-Muscheln, welche die Augen darstellen sollen.

Maori-Siedlung Ohinemutu in Rotorua

AtW 47: Weihnachten in Auckland - verwöhnt von Bart & Therese

Sonntag, den 25. Dezember 2005

Zu Hause ist jetzt Heilig Abend. Wir rufen an und wünschen ein schönes Fest.

Hier geht gleich das Champagne Christmas Breakfast los. Traditionell wird am ersten Weihnachtstag gefeiert. Den Tisch zieren rote und gelbe Kallas, neben Champagner gibt es frisches Obst, einen speziellen flämischen Toast, Omelette in allen Variationen, Müsli, frisch gepressten Saft und alles vom feinsten. Sogar ein Christstollen darf nicht fehlen. Bart hat sich seine Schürze umgebunden und ist in seinem Element. Als ehemaliger Maschinenbau-Ingenieur hat er sich mit diesem B&B-Hotelchen seinen Traum erfüllt. Eine illustre Gesellschaft aus Gästen, Nachbarn und Bekannten hat sich eingefunden und feiert Weihnachten. Sogar kleine Präsente gibt es für jeden von uns.

Der fußläufig entfernte Rose Garden von Parnell bietet sich an für einen schönen Weihnachtsspaziergang an bei bestem Wetter. Und dann wird vorgepackt, da es am nächsten Tag, dem boxing day wie hier der zweite Weihnachtstag genannt wird, in aller früh weiter gehen soll ins Landesinnere, nach Rotorua.

AtW 46: Pohutukawa auf Rangitoto Island, bei Auckland

Samstag, den 24. Dezember 2005

Heilig Abend. Wir beschließen einen Ausflug mit der Fähre auf die nahe gelegene, nicht mehr aktive vulkanische Insel Rangitoto Island. Dort soll der neuseeländische Weihnachtsbaum - Pohutukwa - so schön blühen. Sagen unsere auskunftsfreudigen und vor Tipps sprühenden Gastgeber.

Und so ist es auch. Vor dem schwarzem Lavagestein hebt sich der in seiner vollen Blüte stehende Pohutukawa wohltuend ab. Mit seinen roten, dünnen, zu einem Büschel geformten Blüten. Vom immerhin zweihundertsechzig Meter hohen Gipfel hat man einen wunderbare Aussicht auf Auckland. Die roten Blüten umranken den Blick auf das Wahrzeichen der Stadt, den City Tower sowie die umliegenden Hochhäuser. Nicht von ungefähr sprechen die Einheimischen von der “City of Sail”. Das ganze Wasser ist voller Freizeit-Segler.

Auf der Rückfahrt machen wir im schönen Devonport noch einen hopp-off von der Fähre.  Historische Gebäude und nette Cafés dominieren das charmante Hafenstädtchen. Ein Spaziergang mit Bart & Therese und derem Saluki-Hund am North Beach Strand rundet den Tag ab. Ohne Tannenbaum und ohne Bescherung, das ist schon ein komisches Gefühl.

 Blick von Rangitoto Island auf Auckland

AtW 45: Auckland - City of Sails

Freitag, den 23. Dezember 2005

Wir schauen uns in Auckland um. Nach einer Woche entspannten Nichtstuns auf Tonga ist es gar nicht so einfach, nun wieder auf städtische Hektik umzuschalten. Und nicht mehr barfuß gehen zu können. Der “Kulturschock” und unser Slogan “wir wollen wieder nach Fafa” hat sich aber bald gelegt.

Dabei hilft schon das wunderbar belgische Frühstück, made by Bart. Und die netten anderen Gäste in diesem kleinen, eleganten Bed & Breakfast-Hotelchen mit höchsten Standards. Der schöne Stadtteil Parnell mit seinen viktorianischen Häusern ist recht beschaulich. Die Blütenpracht überall ist ein wahres Fest für unsere europäischen Augen, so kurz vor Weihnachten…

Im Herzen von Auckland geht es quirlig zu. Die Queen Street ist sehr lebendig und beim City Tower (Video!) kann man seinen Adrenalin-Spiegel pushen. Im Hafen liegt ein riesiges Kreuzfahrtschiff, mit dem Duck & Joyce angekommen sind, die auch in unserem B&B logieren.

AtW 44: Von Tonga nach Neuseeland

Donnerstag, den 22. Dezember 2005

Letzter Strandspaziergang bei schönster Morgenstimmung auf Fafa Island. Unser Gepäck wird per schwimmendem Ponton direkt vom Fale abgeholt. Renate, Josef und Wili winken uns zum Abschied, wir verlassen die “Ferien-Familien-Insel” mit dem Schnell-Bootchen. Am Flughafen geben wir die letzten Tongan Dollars für ein kleines Mitbringsel aus: Ein Kinder-T-Shirt mit dem hier allgegenwärtigen Gecko vorne drauf.

Reiseführer Tonga: Um sich im Vorfeld einen Überblick zu verschaffen, welche Südsee-Insel man ansteuern will, gibt es nicht allzuviel Auswahl. Uns ist es mit dem Nelles Guide “Südsee” des Nelles Verlages ganz gut gelungen.

Nach knapp drei Stunden Flugzeit und einem hervorragenden Service von Air New Zealand landen wir auf der Nordinsel in der größten Stadt Neuseelands, in Auckland. Bart & Therese holen uns am Flughafen ab und bringen uns zu ihrem wunderbaren B&B Ascot Parnell  mit begehbarem Kleiderschrank und einem Willkommens-Gruß aus original belgischer Schokolade. Wow!