Monatsarchiv für November 2005

AtW 22: San Francisco - Alamo Square

Mittwoch, den 30. November 2005

Mit Rudolph the Red Nosed Reindeer geht es fröhlich zum Union Square. Quer durch Chinatown, um mit dem Bus über Nob Hill in den Stadtteil Pacific Haight zu gelangen. Ziel ist der schöne Platz mit Aussicht Alamo Square. Hier kann man schön entspannen. Wir lesen in der Zeitung, dass Kanzlerin Merkel, die gerade eine Woche im Amt ist, mit einem Entführungsfall im Irak konfrontiert wird. 

Der Lonely Planet gibt bezüglich Stärkung in dieser Gegend nicht sehr viel her. Also entschließen wir uns, mit dem Bus wieder nach Little Italy zu fahren. Dort testen wir den Geheimtipp “L’Osteria del forno” und werden nicht enttäuscht: super leckere Vorspeise, dünnes feines Fleischstück mit Salat und ein hausgemachtes Tiramisu mit Espresso. Molto bene! Zu Fuß geht es nach downtown zum Sichern der Digitalfotos bei Walgreens.

Am letzten Abend in San Francisco soll es “typical food” geben, also geht es ab zu Lori’s Diner in der Powell Street. Kann man mal machen.

Alamo Square mit “Painted Ladies”

AtW 21: San Francisco - Little Italy

Dienstag, den 29. November 2005

“We would like to stay another night”. “No problem”. Prima.

Es regnet immer noch heftig, was hier aber begrüßt wird, damit “der ganze Straßendreck weggespült wird”. Wir warten in der fußläufig entfernten, schönen und modernen Public Library den heftigsten Regen ab und stärken uns dann bei einem Geheimtipp-Vietnamesen aus dem Lonely Planet: üppig, günstig & gut.

Wir spazieren durch Chinatown, als plötzlich der Himmel aufreißt und die Sonne zum Vorschein kommt. Jetzt wirken die Fotomotive. Weiter gen North Beach ins dortige Little Italy. Im “Steps of Rome” genießen wir leckeren Kaffee und feinen Kuchen, mit US$ 12,- nicht gerade günstig. Die nächste Attraktion wartet bei schönstem Sonnenschein: der Telegraph Hill mit seinem Coit Tower, benannt nach Hitchcocks Gattin, die ein Fan von San Franciscos Feuerwehr war und deshalb ist der Turm einer Feuerwehrschlauchspitze nachempfunden. Von hier oben hat man einen herrlichen Rundblick auf Alcatraz, über die Bay Area und den Financial District. Sieht bei Sonnenuntergang besonders gut aus. Im   dichtgedrängten Bus geht es im Feierabendverkehr langsam retour.

AtW 20: San Francisco - Hotelsuche mit Rudolph the RNR

Montag, den 28. November 2005

BART hat nichts mit Rasur zu tun. Wir nehmen in Palo Alto den Bay Area Rapid Transport zum Flughafen von San Francisco, um unseren gebuchten Mietwagen in Empfang zu nehmen. Peter vom car rental “überzeugt” uns in Anbetracht unserer vier Koffer, auf die Kategorie  full size umzubuchen. Hat er clever gemacht und wir sind happy mit unserem goldenen Chevrolet Malibu.

Der Highway führt direkt in die Stadt hinein, doch welche Abfahrt nehmen zu dem Hotel, das wir uns tags zuvor ausgeguckt haben? Aus Versehen nehmen wir die 7th Str. und passieren das Best Western Americana. Wow, das sieht gut aus, Vollbremsung und vorfahren. Zwei Nächte werden sofort gebucht für US$ 105,- pro Person + Tax, parking free. Tolles Zimmer, sehr groß und sauber, mit zwei Betten. Große Freude!

Wir besteigen gleich den kostenlosen (!) Hotel-Shuttle-Bus und werden wunderbar amerikanisch auf Weihnachten eingestimmt: Rudolph the Red Nosed Reindeer [anklicken und mitsingen!!!]. Da gibt man doch gerne ein tip und freut sich auf die nächste musikalische Fahrt! Ziel des Buses ist der Union Square. Wir nehmen ein lunch im noblen Neiman Marcus und durchstreifen die edle Herrenabteilung. Nein, davon brauchen wir nichts.

Heftiger Regenfall “zwingt” uns zum weiteren Shopping. In der Buchhandlung Borders schlagen wir jetzt endlich zu und kaufen das Reiseführer-Standardwerk, in welches wir schon ausgiebig reingeschmökert haben: “California” mit dem klangvollen Untertitel “Life is great in the Golden State” vom Verlag Lonely Planet. [Der schöne Untertitel ist bei der letzten Ausgabe leider entfallen]. Absolut empfehlenswert für Individualreisende!
Zum Abschluss der Shopping-Tour wird noch der Levi’s Store “geplündert”. 1 Jeans, 1 Cordhose, 1 T-Shirt für insgesamt knapp US$ 90,- da kann man nicht meckern. Diesen Tag lassen wir in Chinatown bei leckerem Abendessen ausklingen.

AtW 19: Abstecher nach San Francisco

Sonntag, den 27. November 2005

Wir besteigen in Palo Alto den Caltrain-Zug gen San Francisco zum ersten Beschnuppern der Stadt. Für US$ 10,- Hin- und Rückweg kann man eine Stunde Zug fahren.

Wie es der Zufall will, kommen wir wieder einmal an einem Whole Foods Market vorbei. Obwohl Sonntag, ist Shoppen kein Problem: Im Virgin Megastore decken wir uns mit CDs für die kommende Leihwagen-Fahrt quer durch Kalifornien ein. Dann noch ein bisschen Touristen-Programm: Market Street bis zur neu gestalteten Ferry Boat Station mit kleinem Markt und weiter zum Fishermans Wharf bis zur Pier 39. Der Rummel dort ist nicht jedermanns Sache. Insbesondere das Seelöwen-Spektakel ist sehr laut und vor allem sehr geruchsintensiv.

Mit der vollgestopften Straßenbahn geht es gen Union Square, einem zentralen Platz, umgeben von Hotels und Einkaufshäusern. Imposant der riesige Weihnachtsbaum vor Macy’s, geschmückt mit tausenden, funkelnden LED-Lämpchen.

Union Square Tree Lighting

AtW 18: Vom Lake Tahoe zurück nach Palo Alto

Samstag, den 26. November 2005

10-15 cm Schnee sind über Nacht gefallen, Spuren eines Waschbären im Schnee. Der See mit schneebedecktem Ufer hat nochmals eine ganz andere Ausstrahlung als zwei Tage zuvor. Ebenso die Emerald Bay und die niedliche Fannette Island von oben, von der Straße. Wie wir hinterher fest stellen, eines der beliebtesten Motive des Lake Tahoe. Weiter geht es auf dem Rückweg am See entlang, in Richtung Berge, als wir in einen großen Rückstau geraten: “chains required” verkünden die Schilder am Straßenrand. Wir haben aber keine Schneeketten dabei und wollen diese auch nicht überteuert von den fahrenden Händlern am Straßenrand abkaufen. Der Allradantrieb wird’s schon richten und tatsächlich ist alles halb so wild.

Ein Abstecher nach Placerville, einer alten Goldgräberstadt. In der Straße fahrende Kutsche, auf der Kreuzung sitzender Gitarrespieler im karierten Baumwollhemd und alte Eisenwarengeschäfte gaukeln gekonnt die “gute alte Zeit” vor. Mit zig tausend anderen Kurzurlaubern schleichen wir in Richtung Bay Area. Zum Abschluss geht es noch lecker essen beim Italiener in Palo Alto. 

AtW 17: Lake Tahoe - Regen ohne Ende

Freitag, den 25. November 2005

Regen ohne Ende, den ganzen Tag. Die Gelegenheit, ein bisschen um den See herumzufahren und die größte Ortschaft, South Lake Tahoe, vom Auto aus kennen zu lernen. Die Hoffnung, der Regen würde schon wieder aufhören, trog. Also nutzen wir die Gelegenheit , um in Tahoe City in den The Bridge Tender einzukehren. Dies sei eine “local institution with great burgers”. Und tatsächlich bekommt man hier den Teller voll geschaufelt. Der jetzt erforderliche Spaziergang fällt ebenso ins Wasser. Dafür geht der Regen allmählich in Schnee über. Auch nicht schlecht. Jetzt stapfen wir halt durch den Schnee.

AtW 16: Lake Tahoe - Emerald Bay

Donnerstag, den 24. November 2005

Am heutigen thanksgiving day suchen wir uns eine Wanderung heraus, die nicht zu steil und vor allem an dem Tag nicht zu überlaufen sein sollte. Der wunderschöne Waldweg bietet immer wieder einen einzigartigen Ausblick auf unser Ziel, die Emerald Bay Bucht, und aufs andere Ufer mit teils schneebedeckten Bergen der Sierra Nevada. Die tiefblaue Wasserfarbe des Sees ist sehr beeindruckend. Man kann sogar wagemutig kurz die Zehen ins Wasser strecken. In der Emerald Bay erwartet einen das Postkartenmotiv schlechthin, eine kleine vorgelagerte Insel, Fannette Island. Wenn dann noch die Touristenattraktion Tahoe Queen, ein Schaufelraddampfer, vorbeizieht, ist das Motiv perfekt.

Den schönen und angenehm anstrengenden Tag lassen wir mit einem Käse-Fondue zünftig ausklingen. Geht auch ohne turkey.

AtW 15: Ausflug zum Lake Tahoe

Mittwoch, den 23. November 2005

Wir sind nicht die einzigen, die für ein paar Tage auf Reisen gehen. Thanksgiving ist ein großer Feiertag in den USA. Unsere lieben Gastgeber nehmen uns mit auf eine Tour, wir verlassen die Bay Area. Stoßstange an Stoßstange fahren wir ca. vier Stunden nordöstlich zum Lake Tahoe. Der größte Bergsee Amerikas in grandioser Lage mit den Bergen Nevadas auf der anderen Seite. Umgeben von Pinienwäldern liegt der Lake Tahoe in einer traumhaft schönen Gebirgslandschaft. Ein beliebtes Wochenend- und Ferienziel der Amerikaner, sogar zum Skifahren geeignet. Wir kommen bei einer tollen, sommerlichen Abendstimmung dort an und beziehen unser nettes Ferienhäuschen, natürlich mit offenem Kamin.

Lake Tahoe

AtW 14: Von Austin nach Palo Alto

Dienstag, den 22. November 2005

Punkt 6:30 a.m. werden wir abgeholt. Um 8:00 Uhr geht der Flieger und wir werden mit einem phänomenalen Frühstück überrascht. Das ist der Ausgleich für das magere Frühstück auf dem Flug gen Austin. Die Flugzeit beträgt immerhin 3 h 45 Minuten und die Uhr ist um weitere zwei Stunden zurückzustellen. Die Bay Area taucht unter uns auf und schon setzt das Flugzeug zum Landeanflug - scheinbar auf dem Wasser - an. San Francisco Airport ist erreicht.

Mit einem Honda Accord fahren wir mit unserer Bekannten Richtung Süden nach Palo Alto. Dieses verträumte Städtchen strahlt Ruhe und Gelassenheit aus. Bekannt ist Palo Alto für seine Universität, die wir auch gleich besichtigen: Stanford University. Palm Drive und Main Court beeindrucken den Besucher sofort. Auf dem Campus kann man gut und gerne einen abwechslungsreichen Tag verbringen. Und dabei spüren wie “die Luft der Freiheit weht” - der Slogan der Uni.

Stanford University mit Hoover Tower

AtW 13: Austin - LB Johnson

Montag, den 21. November 2005

Heute wird es skurril. Wir wollen das Paket mit den getöpferten Schalen aufgeben, auf der Post. Wir suchen die Post, finden sie aber nicht. Wir fragen drei Passanten und werden zweimal in die falsche Richtung geschickt. “Wer braucht heute noch die Post?” könnte man sich fragen. Hauptsache, das Paket ist für US$ 20,- auf den Schiffs-Weg gebracht und dauert ca. vier Wochen. Da werden wir gerade in Neuseeland eintreffen.

Das Highlight des Tages ist der Besuch im Lyndon B. Johnson Library & Museum in der Nähe der Universität von Austin. Alle möglichen Memorabilien, die der US-Präsident während seiner Amtszeit weltweit zusammen getragen hat und packende Zeugnisse von Anfang der Sechziger Jahre. Unmittelbar nach John F. Kennedy. Neben einer Rekonstruktion des oval office im Weißen Haus der damaligen Zeit dann eine gelungene, “typisch amerikanische” Darstellung. Der Präsident als eine Art Muppet-Figur in lockerer Texas-Kleidung, an einen Viehzaun angelehnt. Und der gibt Töne von sich im Südstaaten-Slang. Wie sich herausstellt, war er bekannt als Geschichten-Erzähler. Und dementsprechend wird ihm hier gehuldigt.